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22. 05. 2012
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Kölner Biologe schreibt über die Vorzüge von Sex in der Natur


15.10.2010 14:49 von:

Schlagwörter: Köln,Studie,Fachmagazin,Natur,Toronto,Becks,Biologe,Institut für Zoologie,Univer

Lutz Becks ist Biologe in Diensten der Universität zu Köln und Mitarbeiter am Institut für Zoologie. Und seit kurzer Zeit ist er in der Fachwelt bekannt wie ein bunter Hund. Der Grund liegt in seiner Arbeit. Zusammen mit Prof. Aneil Agrawal von der Universität Toronto ist der Kölner Naturwissenschaftler der Frage nachgegangen, warum die Natur den Sex als Mittel der sexuellen Fortpflanzung erfunden habe. Die Frage ist für Evolutionsbiologen durchaus berechtigt, bringt der sexuelle Austausch von lebenden Organismen durchaus Nachteile mit sich. Sexuelle Fortpflanzung wird noch kostspieliger, wenn Männchen außer "Genen" keinen Beitrag zur Aufzucht des Nachwuchses leisten. Weitere Kosten sind das erhöhte Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten anzustecken oder bei der Paarung einem Räuber zum Opfer zu fallen. Und doch gibt es Sex.

Der Grund liegt nach Ansicht der beiden Wissenschaftler in dem Kosten-Nutzen-Verhältnis. Sex lohnt sich, wenn Lebewesen in einer wechselhaften Umwelt leben, an die sie schlecht angepasst sind. Die Untersuchung fand im Rahmen des Projekts "The effects of sex on the coevolution and dynamics of a predator-prey system" statt, das von der Volkswagenstiftung gefördert wird. Ziel der Wissenschaftler war es, eine der Theorien zur Evolution der sexuellen Fortpflanzung experimentell auf den Prüfstand zu stellen. Diese Theorie besagt, das Sex sich eher entwickelt, wenn sich eine Art in einer heterogenen Umwelt mit räumlich diversifizierten Lebensbedingungen befindet. "Wir konnten eine der Hypothesen zur Evolution von Sex, nämlich dass Sex in einer heterogenen Umwelt mit Wanderung zwischen verschiedenen Habitaten von Vorteil sein kann, bestätigen", erklärt Becks. Für ihre Publikation hatten die beiden Wissenschaftler das Fortpflanzungsverhalten eines monogam lebenden Rädertierchen der Gattung "Brachionus calyciflorus" beobachtet. Das Besondere an der Gattung ist, dass die Tiere sich sowohl sexuell wie auch asexuell fortpflanzen können.

Die Wissenschaftler verglichen zwei Populationen: eine unter gleichbleibenden Umweltbedingungen, eine unter wechselnden. Das Ergebnis der Beobachtungen war eindeutig: Bei homogenen Umweltbedingungen zeigten die Probanden wenig Neigung zur geschlechtlichen Fortpflanzung, gerade sieben Prozent pflanzten sich unter diesen Bedingungen geschlechtlich fort. Bei wechselnden Umweltbedingungen war es mehr als doppelt so viel. Die These, dass dies zu Sex führt, scheint damit bestätigt. "Sex ist dann von Vorteil, weil es hilft, die schlechten Genkombinationen, die man mitbringt, schneller los zu werden. Denn der sexuell produzierte Nachwuchs bekommt einen halben Satz der Gene von den Individuen, die an diese Bedingungen schon angepasst sind", erklärte der Kölner Wissenschaftler abschließend.







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