22. 05. 2012
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Kölner Forscher finden neue Nachweis-Methode für Stammzellen im Gehirn
Bereits seit längerem ist bekannt, dass auch im Gehirn erwachsener Menschen Stammzellen vorhanden. Bisher konnte man diese Zellen aber nur mit äußerstem Aufwand lokalisieren. Forscher der Kölner Klinik und Poliklinik für Neurologie und des Max-Planck-Instituts für Neurologische Forschung haben nun einen Aufsatz in der renommierten Fachzeitschrift Nature veröffentlicht, in dem sie über ein neues Verfahren zum Nachweis solcher Stammzellen berichten. Wie die Kölner Uniklinik am heutigen Montag bekannt gab, soll die neue Methode der Sichtbarmachung solcher Stammzellen bei der Therapie zum Beispiel von Schlaganfallpatienten nutzbar gemacht werden. Damit liefern die Kölner Wissenschaftler um den Leitenden Oberarzt Prof. Michael Schroeter einen weiteren wichtigen Baustein zur Entwicklung neuer Behandlungsmethoden von Patienten, die einen Schlaganfall erlitten haben.
Die Methode der so genannten Positronen-Emissions-Tomografie (kurz: PET) kann solche Stammzellen im lebenden Gehirn visualisieren. Das innovative bildgebende Verfahren kann Schnittbilder am lebenden Organismus erzeugen. Dabei macht sich die Methode die Verteilung der schwach radioaktiv markierten Substanzen im lebenden Körper zunutzen und bildet damit die biologischen und physiologischen Funktionen ab. Zur Darstellung setzten die Wissenschaftler die Substanz Fluor-L-thymidin (FLT) ein. Diese Substanz ist im Körper bereits als natürlicher Baustein der menschlichen Erbsubstanz vorhanden. Bei Tierversuchen konnten die Forscher beobachten, wie nach einem Schlaganfall die Zahl der lebenden Stammzellen deutlich erhöht wird, ein Hinweis auf die Selbstheilungskräfte des menschlichen Organismus. Mit bestimmten Medikamenten konnte die Zahl der in diesem Falle heilbringenden Zellen sogar erhöht und die Heilung zuvor geschädigter Hirnareale beschleunigt werden, teilte die Klinik weiter mit.
"Wir wollen versuchen, in Zukunft die positiven Effekte der Stammzellen des Gehirns durch Medikamente zu verstärken, um so die Funktionserholung nach Schlaganfällen zu fördern", erklärte Schroeter. Die FLT-Methode ist dabei keineswegs neu. Sie wird bereits jetzt zum Nachweis von Hirntumoren benutzt. Die Wissenschaftler zeigten sich indes zuversichtlich, nach den erfolgreichen Tierversuchen die Methode nun auch beim Menschen anwenden zu können. Die Forschungsergebnisse stehen in der aktuellen Mai-Ausgabe des Wissenschafts-Magazins "Nature" unter der Überschrift "Research Highlights". Damit ist dem Kölner Forscherteam schon jetzt internationale Aufmerksamkeit gewiss, hieß es dazu abschließend.
Weitere Informationen zu den beteiligten Instituten finden Sie auch im Internet unter: www.nf.mpg.de sowie unter: www.koelnerneurologie.de.

























