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22. 05. 2012
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Kölner Medizinforscher mit neuen Erkenntnissen zu Botenstoff Acetylcholin


27.07.2009 11:59 von:

Schlagwörter: Köln,Uniklinik,Forschung,Alzheimer,Botenstoff,Acetylcholin,Jülich,Neurologie

Forscher der Kölner Uniklinik und des Forschungszentrums Jülich haben bei ihren Untersuchungen zu den Ursachen der Alzheimer-Krankheit einen wichtigen Botenstoff identifizieren können. "Acetylcholin", so lautet der Name des so genannten Neurotransmitters, der als einer der zentralen Botenstoffe im Gehirn möglicherweise beim Ausbrechen der Krankheit eine Rolle spielt. Ein Mangel dieses Stoffes steht im Verdacht, den durch Alzheimer ausgelösten Gedächtnisschwund auszulösen. Aber auch der Botenstoff selbst soll sich neuesten Erkenntnissen der Forscher zufolge nicht nur positiv auf die Leistung des menschlichen Gehirns auswirken. Im Krankheitsverlauf soll ein Niedergang der Nervenzellen, die diesen Botenstoff produzieren, mit für den Ausbruch verantwortlich sein, so die landläufige Lehrmeinung.

In einem pharmakologischen Experiment haben Forscher nun mithilfe funktioneller Bildgebung den Einfluss von Acetylcholin auf die Hirnfunktionen des Menschen untersucht. Dabei konnte erstmalig nachgewiesen werden, dass eine erhöhte Acetylcholin-Konzentration das Gehirn empfänglicher für Neues macht. Das Abspeichern neuer Information wird gefördert. Gleichzeitig wird jedoch das Abrufen und Wiederverarbeiten bereits gespeicherter Information durch die erhöhte Konzentration des Botenstoffs gehemmt. "Das Gehirn muss seine begrenzten Ressourcen ökonomisch verwalten. Wenn es darauf ankommt, neue Dinge zu lernen, stellt Acetylcholin das Gehirn darauf ein, möglichst viele der einströmenden Sinneseindrücke aufzusaugen. Dies kann aber nur geschehen, wenn störene Prozesse des Erinnerns heruntergefahren werden", erklärt Dr. Juraj Kukolja von der Neurologischen Klinik des Kölner Universitätsklinikums dieses Phänomen.

Die Forscher weisen darauf hin, dass der Prozess der Alterung im menschlichen Gehirn generell zu einer leichten Reduzierung der Leistungsbereitschaft führt. "Nicht jede Vergesslichkeit ist Alzheimer", erklärten die Neuroforscher. Ältere Probanden profitierten allerdings in dieser Studie von einer Erhöhung der Acetylcholin-Konzentration, wenn zuvor eine Verschlechterung der Gedächtnisleistung festgestellt wurde. Einen ähnlichen Effekt des Botenstoffes stellten die Wissenschaftler dabei auch für gesunder ältere Menschen fest. "Interessant ist, dass für die leichte Abnahme der Gedächtnisleistung während des normalen Alterns ähnliche Prozesse verantwortlich sind wie für den dramatischen Gedächtnisverlust bei der Alzheimer-Demenz," so Professor Gereon Fink, Direktor der Klinik für Neurologie der Uniklinik Köln, abschließend.







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