22. 05. 2012
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Kölner Medizinforscher untersuchen Clopidogrel
Ein internationales Forschungsprojekt unter Beteiligung Kölner Medizinforscher hat die Wirkung des Medikaments Clopidogrel untersucht. Das Standard-Präparat wird unter anderem bei Herzinfarkt-Patienten eingesetzt, um die Verklumpung von Blutplättchen zu verhindern. Was die Mediziner jedoch bislang irritierte. Patienten, die dieses Mittel erhielten, reagierten höchst unterschiedlich auf die verabreichte Substanz. Der Kölner Pharmakologe Dirk Taubert und sein Team haben zusammen mit dem Institut für Organische Chemie sowie Medizinern des niederländischen St. Antonius Hospitals in Nieuwegein die Wirkungsvariabilität des Medikaments und seiner Wirkstoffe analysiert.
Neu sind die Untersuchungen dabei keineswegs. Vor allem die Ursachen der Wirkungsvariabilität gelten als bereits intensiv erforscht. Allerdings blieb der große Durchbruch bislang aus. In ihrer Forschungsdesign wollten Taubert und sein Team dieser Frage mit einer Kombination experimenteller, klinischer und epidemiologischer Studien nachgehen. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen sind seit gestern bereits auf der Internetseite des renommierten Fachmagazins "Nature Medicine" veröffentlicht. Das Enzym Paraxonase-1 (PON 1) scheint dabei die entscheidende Rolle bei der Aktivierung des Medikaments zu spielen, so eine Erkenntnis der Kölner Forscher. Die Forscher testeten die medizinische Bedeutung von genetischen Variationen von PON1 bei einer Gruppe von Patienten, die an den Herzartierien erkrankt waren. Diese erhielten nach einer Stent-Implantation das Medikament Clopidogrel, um einer Thrombose vorzubeugen. Patienten mit dem PON1 QQ192 Genotypen zeigten eine höhere Anfälligkeit für eine Thrombose als Patienten mit dem RR192 Genotypen. Die QQ192-Patienten hatten zudem eine niedrigere PON1-Plasma-Aktivität, niedrigere Plasma-Konzentrationen des aktiven Stoffwechselprodukts sowie weniger Plättchen-Hemmung als die RR192-Gruppe. Demnach bezeichnen die Forscher PON1 als einen Schlüsselfaktor zur Aktivierung von Clopidogrel, so die Erkenntnis.
"Es bedeutet zum Beispiel für die Klinik, dass Patienten, die schlecht auf Clopidogrel ansprechen, vorher durch einen Gentest oder einen Enzymaktivitätstest im Serum identifiziert werden könnten. Bei ihnen könnte dann ein alternativer Plättchenhemmer eingesetzt werden", erläuterte Forscher Taubert die Auswirkungen auf künftige Therapien. Den Online-Artikel des Köln-niederländischen Forscherteams finden sie im Internet unter: www.nature.com.

























