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22. 05. 2012
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Kölner Medizinforscher verfeinern Therapie gegen Blutvergiftung


11.07.2011 23:00 von:

Schlagwörter: Kölln,Universität,Medizinforschung,Wissenschaftler,2011,Juli,Staphylokokken,Bkut

"Staphylococcus aureus" oder die Sammelbezeichnung Staphylokokken sind im menschlichen Organismus für die so genannte Blutvergiftung verantwortlich. Kölner Medizinforscher der Universitätsklinik haben sich in den vergangenen Monaten und Jahren mit der Therapiemethodik bei so genannten Blutstrominfektionen auseinander gesetzt. Mit neuen Beurteilungsstandards sollte die Diagnostik so zielführend wie möglich zum Einsatz kommen. Nicht immer ist dabei eine Ultraschall-Untersuchung notwendig, wie ein Forscherteam unter Leitung von Achim Kaasch und Prof. Harald Seifert vom Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene an der Kölner Uniklinik, ausführten. Die Ergebnisse ihrer Untersuchungen haben die Wissenschaftler in dieser Woche der Öffentlichkeit vorgestellt.

Blutstrominfektionen mit dem Erreger haben noch andere fatale Nebenwirkungen. Sie können beispielsweise auch die Zerstörung der Herzklappen zur Folge haben. Bislang ist eine Ultraschalluntersuchung über die Speiseröhre (Schluckecho) notwendig, um eine Herzklappenbeteiligung auszuschließen. Ein internationales Team um Wissenschaftler der Uniklinik Köln zeigt in einer jetzt veröffentlichten Studie, wann Patienten diese aufwändige Untersuchung erspart werden kann. Der Bedarf wächst. So steigt die Zahl der Infektionen mit dem Bakterium Staphylococcus aureus seit Jahren stetig an. Wenn es durch eine Blutvergiftung zum Versagen mehrerer Organe kommt, enden sie tödlich. An der Uniklinik Köln wird die klinische Forschung zu diesem Erreger vorangetrieben: In einer kürzlich in der Fachzeitschrift "Clinical Infectious Diseases" publizierten Studie, setzt die Arbeitsgruppe der Kölner Mediziner neue Standards im Management von Staphylokokkeninfektionen.

"Gegenwärtige Empfehlungen infektiologischer Fachgesellschaften sehen vor, bei allen Patienten mit Staphylococcus aureus-Blutstrominfektion eine transösophageale Ultraschalluntersuchung des Herzens durchzuführen", erläutert Kaasch. Dabei muss der Patient einen Schlauch – die Ultraschallsonde – schlucken, um zu klären, ob die Bakterien sich an den Herzklappen angesiedelt haben, eine typische Komplikation dieser schweren Infektion. "Diese Untersuchung ist jedoch aufwändig, teuer und für den Patienten höchst unangenehm. Dem Kliniker wird jetzt ein einfaches Hilfsmittel an die Hand gegeben, um eine fundierte Entscheidung über die Notwendigkeit einer solchen Untersuchung zu treffen", erläutert der Mediziner weiter. In der Studie wurde untersucht, ob ein Schluckecho bei allen Patienten mit Staphylococcus aureus-Blutstrominfektion zum Einsatz kommen muss. Die Forscher aus Köln, Freiburg und den USA konnten anhand einfacher klinischer Kriterien Patienten identifizieren, die nicht von dieser Untersuchung profitieren. Beispielsweise ist ein Schluckecho bei Patienten in der Regel nicht notwendig, wenn kein Herzschrittmacher und keine künstliche Herzklappe vorliegen und das Bakterium nur kurzzeitig im Blut nachgewiesen werden konnte. Dadurch kann etwa einem Drittel der Patienten diese Untersuchung erspart werden, so die praktische Wirkung.

Die Studie wurde durch Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der Paul-Ehrlich-Gesellschaft, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und den National Institutes of Health finanziell unterstützt und so erst ermöglicht. Der Artikel zur Studie findet sich in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Clin. Infect. Dis. 2011: 53: Seite 1-9 mit dem Titel: "Use of a Simple Criteria Set for Guiding Echocardiography in Nosocomial Staphylococcus aureus Bacteremia”.







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