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22. 05. 2012
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Kölner Physiker veröffentlichen Untersuchung zu Hitzerekorden


30.11.2010 09:08 von:

Schlagwörter: Köln,Universität,Erderwärmung,2010,Studie,Physik,Physiker,Institut,Studie,Nordse

Zwar sind längst nicht alle Klimafragen geklärt, aber dass in den vergangenen Jahrzehnten ein von Menschen verursachter Klimawandel eingesetzt hat, gilt als bestätigte Mehrheitsmeinung. Trotzdem bleiben viele Fragen offen. Eine für die Menschen vor Ort wichtige Frage ist die nach den Auswirkungen vor der eigenen Haustür. Wissenschaftler des Kölner Instituts für Theoretische Physik haben sich unter Federführung von Prof. Joachim Krug und seinem Kollegen Gregor Wergen eine Studie veröffentlicht, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Klimaerwärmung und Hitzerekorden beschäftigt. Ergebnis: Die Hitzerekorde haben in den letzten 30 Jahren mit der steigenden Erwärmung zugenommen. Etwa fünf heißeste Tage mehr pro Jahr hat uns die Klimaerwärmung in diesem Zeitraum beschert, sagen die Forscher. Bliebe der Trend der allgemeinen Erwärmung ungebrochen, dann werden Temperaturrekorde am Ende des Jahrhunderts normal sein. In West- und Mitteleuropa haben besonders Südfrankreich und die Nordsee regionale Rekorde verzeichnet. Die Kölner Physiker veröffentlichen ihre Arbeit "Record-breaking temperatures reveal a warming climate" jetzt in der wissenschaftlichen Zeitschrift EPL

"Rekorde an sich bedeuten noch nicht, dass es im Durchschnitt heißer wird. Weil das Wetter ein zufälliger Prozess ist, würde man auch unter Bedingungen, bei denen sich das Klima überhaupt nicht ändert, trotzdem immer wieder Tage haben, an denen es heißer ist als zum Beispiel die letzten hundert Jahre vorher", erklärte Universitätsprofessor Krug. Die Kölner Wissenschaftler wollen mir ihren Erkenntnissen ein Modell entwickeln, das das Verhältnis von Temperaturanstieg und Temperaturrekorden ermittelt. Sie untersuchten dafür Temperaturdaten aus Nordamerika und Europa aus den letzten 100 Jahren. Allein für den Zeitraum von 1976 bis 2005 werteten sie Daten von 187 europäischen und 207 amerikanischen Stationen aus. Für diese Stationen bestimmten sie die Zahl der beobachteten Rekorde und verglichen sie mit der theoretisch zu erwartenden Anzahl für den Fall eines sich nicht erwärmenden Klimas. "Wenn man nachweisen will, ob es mehr Rekorde gegeben hat, dann muss man es bezüglich dieses Null-Modells vergleichen. Man muss nachweisen, dass im Vergleich zu dieser Nullhypothese die Zahl der Rekorde signifikant höher ist", so der Leiter der Studie. Unter dem Null-Modell nimmt die Wahrscheinlichkeit, neue Rekorde zu beobachten, mit der Zeit ab. Denn wenn man eine sehr hohe Temperatur einmal hatte, dann wird es immer unwahrscheinlicher, dass man eine noch höhere findet."Der Effekt der Erwärmung ist deutlich sichtbar, er ist aber nicht dramatisch", fasst Krug seine Erkenntnisse zusammen.

Beispiele dafür gebe es genug. So betrug die Anzahl der gemessenen Temperaturrekorde im Jahr 2005 17. Erwartet hatten die Wissenschaftler allerdings nach ihren Berechnungen lediglich zwölf. Die Zahl liegt jedoch in jedem Fall deutlich über der aller Jahre seit 1976 zuvor. Dabei ist dieser Effekt In Nordamerika etwas schwächer ausgeprägt. Die Wissenschaftler haben ein einfaches Modell aufgestellt, das diese Resultate gut wiedergibt. Kurz gefasst sagt dieses Modell auch für die Zukunft zusätzliche hitzebedingte Rekorde voraus, so der Kölner Physiker: "Wenn die Erwärmung weiter voranschreitet, dann wird die Rate mit der neue Rekorde auftreten nicht mehr abnehmen, sie wird konstant werden." Zum Ende des Jahrhunderts wird der Rekord an der Tagesordnung sein. Dann wird man in Europa mit einer konstanten Wahrscheinlichkeit Tage haben, die heißer sind als die entsprechenden Bezugstage seit 1976. Zugleich soll es dann keine neuen Kälterekorde mehr geben, schlussfolgert Klug. In ihren Berechnungen werden vor allem die Regionen Südfrankreich sowie bei den Küstenregionen der Nordsee neue Rekorde erwartet. Während in Südfrankreich die starke Temperaturzunahme im Mittel für die zusätzlichen Rekorde verantwortlich war, war es über der Nordsee die geringe natürliche Fluktuation der Temperatur durch die ausgleichende Wirkung des Wassers. Die Klimaerwärmung sorgte hier schon bei geringem Anstieg für Rekorde, fanden die Physiker heraus. Allerdings warnten sie auch vor übertriebenen Katastrophen-Szenarien. "Der Effekt ist deutlich sichtbar. Aber man kann nicht bei jedem Hitzerekord sagen: Den hätte es jetzt ohne Erwärmung nicht gegeben", so Krug abschließend.







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