22. 05. 2012
Seite drucken
Kölner Uni berechnet GKV-Beitragssteigerung
Experten des Kölner Instituts für Gesundheitsökonomie und epidemologie haben es errechnet. Die Zusatzbeiträge werden aller Voraussicht nach im kommenden Jahr auf 21 Euro pro gesetzlich Versichertem und Monat ansteigen. Das ergab eine neue Analyse der Kölner Gesundheitsökonomen, die in der heutigen Ausgabe der Tageszeitung "Kölner Stadt-Anzeiger" veröffentlicht wurde. Schon in diesem Jahr soll pro Versichertem ein Aufschlag von durchschnittlich neun Euro fällig werden. Im Jahr 2013 werden es dann 33 Euro pro Versichertem sein, errechneten die Experten weiter. Derzeit erheben lediglich einige Krankenkassen Zusatzbeiträge in Höhe von zumeist acht Euro pro Monat. Ginge es nach der Bundesregierung, sollen die Beiträge deutlich moderater ansteigen. Ursprünglichen Planungen zufolge sollten die Krankenkassenbeiträge im Jahr 2014 Zusatzbeiträge in einer Größenordnung von zehn bis 16 Euro pro Monat ansteigen.
Grund für den rasanten Anstieg ist nach Ansicht der Fachleute ein prognostizierter Anstieg von vier Prozent pro Jahr. Die Bundesregierung zeigte sich davon unbeeindruckt. Sie hält weiter an ihrem Zeitplan fest. Zu den Eckpunkten der Gesundheitsreform der aktuellen Bundesregierung gehört zum einen das Einfrieren der gesetzlichen Kassenbeiträge auf 15,5 Prozent (nach einer Erhöhung um 0,6 Prozentpunkte zu Jahresbeginn). Die Kostensteigerungen sollten dann über Zusatzbeiträge sowie einen so genannten "sozialen Ausgleich" aus dem Bundeshaushalt gegenfinanziert werden. Die Zahlen des Instituts seien "abwegig", hieß es aus Kreisen der Liberalen.
Deutlich kritischer geht der Gesundheitsexperte der SPD-Fraktion im Bundestag mit den Zahlen um. Er zeigte sich in seinen Ausführungen gegenüber den Medien besorgt über den rasanten Anstieg. Gehe das in diesem Tempo so weiter, müssten Kassenmitglieder zukünftig 120 Euro pro Monat zusätzlich zu ihren gesetzlichen Kassenbeiträgen zahlen, befürchtet der Kölner SPD-Politiker. Die Fraktion der Linkspartei warf der Regierung vor, sie belaste einseitig die Arbeitnehmer, während sie auf der anderen Seite die der Arbeitgeber schone, so der Obmann der Linksfraktion im Gesundheitsausschuss, Harald Weinberg. Und auch die Gewerkschaften befürchten drastische Folgen für die Versicherten. Treffen werde die Gesundheitsreform und seine Auswirkungen auf die Gruppe der Rentner und Geringverdiener, sagte DGB-Vorstand Annelie Buntenbach in Stuttgart. Für die Regierung sind das jedoch nach offizieller Lesart nur "wilde Spekulationen". Insgesamt gebe es in Deutschland rund 50 Millionen potenziell zahlungspflichtige Kassenmitglieder.

























