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22. 05. 2012
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Kölner Uniklinik startet Studie zur tiefen Hirnstimulation


03.07.2011 10:38 von:

Schlagwörter: Köln,Universitätsklinik,2011,Juli,Studie,Hirnstimulation,Alzheimer,Behandlung,Th

An der Kölner Universitätsklinik haben Medizinforscher der Kliniken für Psychiatrie und Stereotaxie eine weitere Studie gestartet. Wie die Kölner Landesklinik am vergangenen Donnerstag bekannt gab, soll das seit Ende der 1980er Jahre bekannte Verfahren der tiefen Hirnstimulation nun auch bei Alzheimer-Patienten ausprobiert werden. Die Initiatoren versprechen sich davon einen neuen therapeutischen Ansatz. Alzheimer ist die häufigste neurodegenerative Erkrankung. Sie ist für 60 Prozent der weltweit etwa 24 Millionen Demenzerkrankungen verantwortlich. Obwohl in den letzten Jahren viel über Alzheimer geforscht wurde und das Wissen stetig gewachsen ist, fehlt nach wie vor ein Durchbruch in der Therapie. Mit der neuen Studie soll sich das nun ändern.

Angewendet wird die tiefe Hirnstimulation dabei an Patienten mit leichter bis mittelgradiger Alzheimer-Demenz. Basierend auf verschiedenen aktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen hoffen die Wissenschaftler, dass sich die Tiefe Hirnstimulation positiv auf die neuronalen Regelkreise auswirkt, die im Rahmen der Alzheimer-Demenz vom Zelluntergang betroffen sind. Als Ziel für die Stimulation im Gehirn haben die Kölner Wissenschafter vor allem den sogenannten Nucleus basalis Meynert im Visier. Ein Kernareal im Bereich des basalen Vorderhirns, das aussieht, wie eine flache Scheibe. "Die Zellen dieser Region versorgen mit dem Botenstoff Acetylcholin vielfältige Bereiche der Hirnrinde, die bei den Demenz-Kranken nicht funktionieren. Deswegen fallen selbst einfachste Tätigkeiten wie Essen oder Zähneputzen so schwer", erklärte Prof. Dr. Volker Sturm, Direktor der Klinik für Stereotaxie und Funktionelle Neurochirurgie der Uniklinik Köln.

Hoffnung und Grenzen

Sturm und sein Kollege Prof. Hans-Joachim Freund aus Düsseldorf haben das Behandlungskonzept entwickelt. Um das Zielareal genau zu treffen, ist Millimeterarbeit notwendig. Für diese Feinarbeit arbeiten die Mediziner der Kölner Uniklinik mit dem Düsseldorfer Neuroanatomen Prof. Jürgen Mai zusammen. Größte Hoffnung ist, dass die Stimulation das Voranschreiten der Alzheimer-Krankheit beeinflusst und verzögert, wie Prof. Jens Kuhn, Oberarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, erklärt: "Durch die Stimulation sollen Neurotrophine ausgeschüttet werden, also Schutz-und Wachstumsfaktoren für die Nervenzellen. Sind diese in ausreichendem Maß vorhanden, können sie den Fortbestand von neuronalen Verbindungen stabilisieren. So könnte der Verfall aufgehalten werden."

Doch trotz allen Optimismus’ wissen die Medizinforscher um die Grenzen der möglichen neuen Behandlungsmethode. Bei schweren Fällen von Alzheimer sei die tiefe Hirnstimulation höchstwahrscheinlich unwirksam, zumal die auch noch zustimmen müssen. In der Studie werden Patienten mit leichter und mittelschwerer Alzheimer-Erkrankung im Alter zwischen 60 und 80 Jahren tiefenstumuliert. "Wir hoffen, mit dem Einsatz der Tiefen Hirnstimulation bei Patienten, die an einer Alzheimer-Demenz leiden, eine Therapie-Option schaffen zu können, die die kognitive Leistungsfähigkeit verbessert und zumindest eine Erhaltung der Lebensqualität bewirkt", brringt Medizinforscher Sturm seine Hoffnung auf den Punkt.







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