22. 05. 2012
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Landschaftsverband startet Studie zu Inklusion in der Schule
In anderen Ländern ist es fester Bestandteil der offiziellen Schulpolitik, in Deutschland tut man sich dem Thema Inklusion in der Schule noch deutlich schwerer. Damit gemeint ist der gemeinsame Unterricht von Kindern mit und ohne Handicaps. Zwar hat die Bundesregierung die UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderung bereits im Jahr 2006 unterzeichnet. Aber erst Ende 2008 wurde ein entsprechendes Gesetz im Bundestag verabschiedet, die endgültige Ratifizierung erfolgte dann im März vergangenen Jahres. Forscher der Universität Würzburg haben nun eine Untersuchung gestartet, die die Qualitätsbedingungen des gemeinsamen Unterrichts untersuchen soll. Auftraggeber ist der Landschaftsverband Rheinland LVR. Die Kosten für das im April beginnende und bis Juni 2012 laufende Projekt belaufen sich nach Angaben des LVR auf rund 140.000 Euro.
Im Fokus sind dabei Kinder und Jugendliche mit Körper- und Mehrfachbehinderungen, hieß es dazu weiter. Der LVR setzt sich bereits seit längerer Zeit dafür ein, dass die so genannte Inklusion zur gesellschaftlichen Normalität wird. Allerdings gibt es in den Regelschulen des Landes immer noch viel zu wenig Einrichtungen, die die Vorgaben der Vereinten Nationen auch tatsächlich umsetzen. Im Rahmen der Studie soll geklärt werden, wie schulische Bildungsangebote für Schülerinnen und Schüler mit Körper- und Mehrfachbehinderungen weiterentwickelt und verbessert werden können. Insbesondere die Qualitätsbedingungen für den Ausbau der Angebote gemeinsamer Beschulung werden die Forscher um Prof. Dr. Lelgemann in den Blick nehmen. "Der LVR hat sich auf die Fahne geschrieben, Menschen mit Behinderung eine möglichst weit reichende Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir auch neue Wege gehen. Das Forschungsprojekt soll nicht nur die aktuelle Situation erfassen, sondern integrative und inklusive Lernbedingungen gestalten und weiterentwickeln", erklärte die Vorsitzende des Schulausschusses in der Landschaftsversammlung Rheinland, Anna Peters (Bündnis 90/Die Grünen / Kreis Kleve).
Fünf Förderschulen und mehrere allgemeine Schulen aus den Regierungsbezirken Köln und Düsseldorf nehmen an der Studie teil. Während an den Grund-, Haupt und Realschulen sowie Gymnasien die strukturellen Bedingungen dokumentiert werden, steht bei den Förderschulen die Beschreibung des individuellen Förderbedarfs im Mittelpunkt. Auf Initiative der Förderschulen für körperliche und motorische Entwicklung sollen mit Unterstützung der Forscher integrative und perspektivisch inklusive Bildungsangebote an den Allgemeinen Schulen entstehen. "Das Forschungsprojekt ist Bestandteil der umfangreichen Inklusionsbemühungen des LVR. Die von der UN-Konvention formulierten Grundrechte müssen in allen gesellschaftlichen Bereichen beachtet werden. Übergeordnetes Ziel der Studie ist, dass Eltern und, wenn möglich, Schülerinnen und Schüler selbst, entscheiden können, wo sie unterrichtet werden", erläuterte LVR-Schuldezernent Michael Mertens abschließend.
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