22. 05. 2012
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Leistungsschau der Kölner Uniklinik in der IHK
(bw) Über die Gesundheitsregion Köln ist in den vergangenen Monaten vermehrt geschrieben worden. Nun wird das Kölner Zentrum für Klinische Studien (ZKS) am Mittwoch kommender Woche in einem Symposium in den Räumen der Kölner Industrie- und Handelskammer (IHK) einen Überblick über den aktuellen Stand der Medizinforschung in der Domstadt geben. Kooperationspartner ist der Verein BioRiver e.V.. Ziel ist es unter anderem, die praktischen Konsequenzen der medizinischen Spitzenforschung aufzuzeigen. Die liegen unter anderem in der Entwicklung neuer Therapieansätze für Patientinnen und Patienten. Dabei sind es nicht alleine die Forschungen zum menschlichen Alterungsprozesses im Rahmen der Exzellenzinitiative CECAD, die den Bürgerinnen und Bürgern weit über die Stadtgrenzen hinaus Nutzen stiften sollen. Schon heute haben die bisherigen Forschungen in vielen Fällen neue Therapien mit kreiert, wie der Leiter des ZKS, Prof. Oliver Cornely, bestätigte. "Damit unsere Patienten immer öfter frühzeitig vom medizinischen Fortschritt profitieren, setzen wir möglichst viele eigene Ideen in klinische Studien um", so Cornely weiter. "Den besonderen Nutzen universitärer Medizin haben die Patienten, die an den Studien teilnehmen können, wenn es medizinisch für sie sinnvoll ist. So profitieren Patienten an der Uniklinik Köln stets von den Neuerungen der Wissenschaft", ergänzte der klinische Direktor der Kölner Uniklinik, Prof. Edgar Schömig.
Die Mehrzahl der Forschungsprojekte werden dabei von den Wissenschaftlern selbst initiiert. Bei den so genannten IIT-Studien ("investigator initiated trials") trägt die Universitätsklinik selbst die Verantwortung. Dies gilt vor allem für die Weiterentwicklung von Arzneien oder Medikamenten, an deren Erforschung die Pharmaindustrie kein Interesse zeigt. Das ZKS mit seinen 60 angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern übernimmt in diesem Falle die Begleitung, Koordination und Unterstützung der Studien und ihrer Autoren. Der so genannte methodische Bereich des ZKS übernimmt dabei auch die Qualitätssicherung der Forschungen nach vorab festgelegten Standards. Viele dieser Forschungen erhalten auch eine Förderung, zum Beispiel durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) oder anderen Fördertöpfen wie dem Forschungspool Klinische Studien. Zumeist wird den Forschungsgegenständen in diesen Fällen ein allgemeines Interesse zugrunde gelegt. Zumeist lassen sich die Ergebnisse dieser allgemeinen Forschungen nicht oder nur selten wirtschaftlich verwerten.
Ein Beispiel ist der Medizinwirkstoff Propofol. Das Medikament ist für Erwachsene zugelassen und dient der Sedierung, also der Ruhigstellung von Funktionen des zentralen Nervensystems. Die Kölner Uniklinik untersucht nun in einer ihrer Studien die Wirkungen bei Kindern. Aus der Industrie gebe es kein Interesse, diese Forschungen zu unterstützen. Wie aber der Wirkstoff Propofol zusammen mit Schmerzmitteln bei Kindern richtig dosiert werden kann, soll in der klinischen Studie untersucht werden. In diesem Bereich fehlen bislang gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse, hieß es dazu weiter. Diese Studie ist ein Beispiel von vielen, bei denen der Forschungspool klinische Studien die Untersuchung überhaupt erst ermöglicht hat. Universität, Uniklinik und ZKS gemeinsam können so gemeinsam fünf Studien pro Jahr finanziert und unterstützt werden, wie Prof. Joachim Klosterkötter, Dekan der medizinischen Fakultät der Uniklinik Köln, weiß. Neben diesen Studien gibt es aber auch die Untersuchungen, die von Pharmaunternehmen selbst gefördert werden. Nicht nur aufgrund der räumlichen Nähe arbeiten die Kölner Uniklinik und das Leverkusener Unternehmen Bayer Health Care bereits seit Jahren eng zusammen. Die Tochtergesellschaft des Bayer-Konzerns ist "preferred partner" der Uniklinik und lässt unter anderem in der Domstadt die klinischen Studien für neue Medikamente erforschen. Die Ergebnisse dieser Studien werden trotz des wirtschaftlichen Interesses trotzdem auch anderen Wissenschaftlern zugänglich gemacht.
Bei privatwirtschaftlich unterstützten Studien ist zunächst das ZKS gefragt. Das Zentrum prüft bei entsprechenden Anfragen aus der Industrie zunächst, welcher der Klinikbetriebe aus fachlicher Sicht für die Durchführung in Frage kommt. Nach der Prüfung wird die so genannte Ethik-Kommission der Universität eingeschaltet. Erst wenn der Antrag dieses Gremium passiert hat, geben die Verantwortlichen "Grünes Licht" für die Durchführung der Studie.
Das Symposium "Zukunft der Klinischen Forschung: Gemeinsam zu neuen Therapien" findet am Mittwoch, den 19. August 2009, statt. Weitere Informationen zur Arbeit des ZKS finden Sie unter: www.zks-koeln.de.

























