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22. 05. 2012
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Lohnunterschiede zwischen geringen und mittleren Lohngruppen werden größer


09.11.2009 17:29 von:

Schlagwörter: Köln,Lohngruppe,Niedriglohnsektor,Bertelsmann,Stiftung,Studie,Abstand,OECD,Vergl

Die Unternehmen zwischen den Einkommen niedriger und mittlerer Lohngruppen wird immer größer. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie der Bertelsmann-Stiftung, die am heutigen Montag der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Seit 1997 haben die Experten aus Gütersloh die Lohnentwicklung bei den Beziehern mittlerer und niedriger Löhne verglichen und in Beziehung zueinander gesetzt. Ergebnis: Betrug das durchschnittliche Lohnniveau im Niedriglohnsektor Ende der 90er Jahre noch 64 Prozent des mittleren Einkommensniveaus, stieg der Unterschied bis zum Jahr 2007 deutlich an. Damals erreichte der durchschnittliche Verdienst im Niedriglohnsektor nur noch 53 Prozent des durchschnittlichen mittleren Lohnniveaus. Im internationalen Vergleich gehört Deutschland damit zu den Spitzenreitern, in kaum einem anderen Land fiel das untere Lohnniveau derart stark wie hierzulande, so die Autoren der Studie. Die Bertelsmann-Studie verglich die deutschen Zahlen zum Lohnunterschied mit denen in 20 OECD-Staaten.

Die Lohnungleichheit hat mittlerweile das Niveau Großbritanniens und anderer Länder erreicht, die bei der Beschäftigungspolitik weniger auf den sozialen Ausgleich achten. Dies ist eines der zentralen Ergebnisse der neuen Studie "Arbeitsmarkt und Beschäftigung 2000 - 2009: Beschäftigungserfolge bei steigender Differenzierung" der Bertelsmann Stiftung gemeinsam mit dem Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn. Während ansonsten lediglich in Polen und Südkorea die Löhne spürbar ungleicher wurden, hat sich in den meisten übrigen Ländern die Einkommensschere nicht weiter geöffnet. Dies gilt auch für die USA, wo die Spreizung allerdings traditionell besonders hoch ist und Niedriglöhne weniger als die Hälfte mittlerer Einkommen erreichen. Im oberen Bereich der Lohnskala ist in Deutschland die Spreizung deutlich geringer und im Zehn-Jahresvergleich sogar gleichmäßiger geworden. Die Bezahlung von Beziehern hoher Löhne übersteigt mittlere Einkommen um etwa drei Viertel. In diesem Bereich liegt die Bundesrepublik auf einem Niveau mit den Niederlanden, Dänemark oder Schweden. Der uneinheitlichen Lohnentwicklung steht eine wachsende Beschäftigung gegenüber. Der Anteil der Beschäftigten an allen Personen im erwerbsfähigen Alter stieg von 2001 bis 2008 um 4,4 Prozentpunkte auf 70,2 Prozent an. Damit hat Deutschland zusammen mit sechs weiteren EU-Ländern das Beschäftigungsziel der europäischen Lissabon-Strategie erreicht. "Die Arbeitsmarktreformen im ablaufenden Jahrzehnt haben zu diesem Beschäftigungserfolg beigetragen, allerdings um den Preis zunehmender Lohnungleichheit", so Projektleiter Eric Thode.

Ein Großteil der neuen Arbeitsplätze sei in Bereichen wie Zeitarbeit, geringfügiger oder befristeter Beschäftigung insbesondere im Dienstleistungssektor entstanden. Die Hartz-Gesetze und Agenda 2010 haben den Arbeitsmarkt zwar flexibler gemacht, allerdings auch neue Risiken geschaffen, die vor allem von Jugendlichen, Älteren oder Geringqualifizierten getragen werden. In Deutschland verschärft sich die ohnehin stark ausgeprägte Kluft zwischen gut abgesicherten Erwerbstätigen und Arbeitslosen bzw. geringfügig und befristet Beschäftigten. Im Zuge der Krise zeigt sich dies besonders am Rückgang der Zeitarbeit, wo die Beschäftigung zwischen Juli 2008 und Juli 2009 weit stärker als in allen anderen Branchen um 25 Prozent einbrach. Mit der Möglichkeit, ehemals Beschäftigte im selben Unternehmen erneut befristet einzustellen, wie derzeitige Pläne der neuen Bundesregierung vorsehen, wird das Regulierungs- und Absicherungsgefälle zwischen diesen beiden Gruppen voraussichtlich nochmals verschärft, mahnen die Arbeitsmarktexperten der Stiftung und des IZA.







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