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22. 05. 2012
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Macromedia-Studie: Partizipativer Journalismus noch unterentwickelt


31.08.2011 16:35 von:

Schlagwörter: Köln,Macromedia,Hochschule,Medien,Kommunikation,Artikel,Berichterstattung,Journa

Im Zuge der zurückliegenden Welle rund um den Begriff "Web 2.0” wurde auch dem Blog als Informationsmittel und –plattform für eine Beteiligung an politischen Entscheidungen eine immer höhere Bedeutung zugemessen. Doch selbst im Jahr 2011 ist der Einfluss von Blogs auf die politische Willensbildung, insbesondere auf die Wahlergebnisse in Deutschland verschwindend gering. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie der vier Standorte der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation, die am heutigen Mittwoch veröffentlicht wurde. Das klassische Printmedium, insbesondere die Regionalzeitungen, bietet zudem eine hohe journalistische Qualität in der Berichterstattung, so eine weitere Erkenntnis aus der medialen Auswertung von bisher fünf der sieben Landtagswahlen in der Bundesrepublik.

Von insgesamt 1679 untersuchten Artikeln in 17 lokalen, regionalen und überregionalen Zeitungen sowie von sechs Blogs zwei Wochen vor und nach den Landtagswahlen von Hamburg, Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Bremen weisen fast 94 Prozent keinen Bezug zu Internetangeboten auf. Auch die ausgewertete Berichterstattung der führenden Blogs in den Bundesländern hatte keinen nennenswerten Einfluss auf die Blätter, in einigen Ländern konnten gar keine regional bedeutsamen Social Media-Formate ermittelt werden. "Die landespolitische Landschaft wird im Wesentlichen von den Tageszeitungen und den elektronischen Medien geprägt. Die politische Blogosphäre scheint sich nicht dafür zu interessieren, obwohl es doch Ereignisse im Nahbereich sind", kommentierte Projektleiter Prof. Dr. Andreas Elter, Studiengangleiter Journalistik an der MHMK, in Köln.

In der qualitativen Untersuchung orientierte sich fast die Hälfte der Artikel, die zu den Wahlen veröffentlicht wurden, mit direkten Themen zur Landespolitik (49 Prozent), ein Viertel berichtete über die handelnden Personen der zur Wahl stehenden Parteien. In mehr als der Hälfte aller Fälle griffen die Autoren der Artikel auf die guten, alten Mittel der klassischen Recherche zurück. In rund 30 Prozent der Fälle führten sie Gespräche oder Interviews. Eher selten waren dagegen andere Recherchequellen oder gar die Internetangebote. Bei der Häufigkeit der Nennung gab es indes ein interessantes Detail. Hier lag die CDU mit 28 Prozent an der Spitze, dahinter aber haben die Grünen mit 22 Prozent die SPD als zweitstärkste Kraft inzwischen überholt. Die Sozialdemokraten kommen hier auf lediglich 19 Prozent. Alle weitere Parteien spielten bei der Berichterstattung nur eine untergeordnete Rolle. Interessant auch: Wahlrelevante Artikel in Tageszeitungen waren in einer Größenordnung von 20 Prozent nicht mit einem Autorenkürzel versehen, bei Boulevardzeitungen lag dieser Anteil bei 30 Prozent. In der Studie wurde neben der Medieninhaltsanalyse auch die Wechselwirkungen zwischen klassischen und neuen Medien untersucht. Die Verantwortlichen planen nach Auswertung der letzten beiden Landtagswahlen im Super-Wahljahr 2011 eine Gesamtauswertung zu veröffentlichen.







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