Wetter

Boersen News





Köln Nachrichten Neu


zum Archiv ->

Köln Nachrichten bei Twitter





22. 05. 2012
Seite drucken

Mit Schwachstrom gegen die Folgen eines Schlaganfalls


15.07.2009 14:09 von:

Schlagwörter: Köln,Jülich,Neurowissenschaft,Schlaganfall,Hirnleistung,Schwachstrom,Therapie

Pro Jahr erleiden alleine in Deutschland rund 150.000 Menschen einen Schlaganfall. Die Folgen der kurzzeitigen Unterversorgung des menschlichen Gehirns mit Sauerstoff führt in der Mehrzahl der Fälle zu meist lebenslangen Folgeschäden und damit zu massiven Behinderungen im Alltag. Die Symptome reichen dabei von relativ glimpflichen Folgen bis hin zu völligen Bettlägerigkeit. Grund genug für die Forscher der Kölner Uniklinik und des Forschungszentrums Jülich sich mit alternativen Behandlungsmethoden zu beschäftigen. Bislang wurden Schlaganfallpatienten zumeist mit Übungstherapien durch Physiotherapeuten oder Neuropsychologen fit gehalten. Hinzu kam der Einsatz von pharmazeutischen Wirkstoffen. Dieses herkömmliche Instrumentarium soll nun um einen weiteren Baustein ergänzt werden. Die Forscher aus dem Rheinland setzen große Hoffnungen in ihren neuen Ansatz, um die Hirnleistung von Schlaganfallpatienten zusätzlich optimieren zu können.

Bei dem neuen Therapieansatz kommen elektrische und magnetische Felder zum Einsatz. Zuvor hatten die Forscher der Klinik für Neurologie an der Kölner Uniklinik und des Helmholtz-Forschungszentrums in Jülich herausgefunden, dass die Symptome nach einem Schlaganfall wie Orientierungslosigkeit oder Aufmerksamkeitsstörungen zum teil auf einer fehlerhaften Anpassung des Gehirn basieren. Die durch den Schlaganfall gestörte Zusammenarbeit der beiden Hirnhälften lasse sich jedoch durch gezielte Anwendung schwacher Gleichstromfelder korrigieren. Nach mehreren Monaten Behandlung hatten die Forscher Funktionsverbesserungen bei ihren Patienten feststellen können. Nun soll die neue Therapie einer breiteren Gruppe von Betroffenen zugute kommen, erklärten die Verantwortlichen.

Die Forschergruppe stand unter der Leitung von Prof. Dr. Gereon Fink und Dr. Roland Sparing. Zusammen mit ihren Teamkolleginnen und –kollegen hatten die beiden Neurowissenschaftler Patienten mit bestimmten Symptomen dieser neuen Therapiemethode unterzogen und tatsächlich nachhaltige Verbesserungen festgestellt. So hatte ein Teil der Probanden nach ihrem Schlaganfall Schwierigkeiten, eine Hälfte ihrer Umgebung bzw. ihres eigenen Körpers wahrzunehmen. Mithilfe einer einfachen Apparatur aus zwei Elektroden und einer Batterie leiteten die Forscher ihren Patienten mehrere Minuten lang Schwachstrom über die Scheitellappen in das Gehirn. Ergebnis: Die Hirnleistung verbesserte sich "signifikant", ohne dass es zu Nebenwirkungen kam, wie die Forscher betonten. Ihre Erkenntnisse und Schlussfolgerungen haben die Hirnforscher erst vor wenigen Tagen in der renommierten medizinischen Fachzeitschrift "BRAIN" veröffentlicht. Allzu großen Hoffnungen auf ein neues Wundermittel erteilten die Wissenschaftler allerdings eine klare Absage. Allerdings sei die Methode eine alternative Behandlungsmethode, die ohne negative Folgen die herkömmliche Behandlung von Schlaganfallpatienten ergänzen kann.

Den Originalartikel der Wissenschaftler aus Köln und Jülich finden Sie auch im Internet unter: brain.oxfordjournals.org.







Artikel Service



Köln Nachrichten - das topaktuelle Newsportal fü Köln und die Region
Köln Nachrichten - developed with TYPO3 by beuse und beuse