22. 05. 2012
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Neue Studie: Die Hälfte aller jungen Männer ist zu dick
Rund 50 Prozent der 12.500 Teilnehmer einer Querschnittsstudie seien
demnach zu dick. Insbesondere nach dem 20. Lebensjahr scheint sich
durch Bewegungsarmut und falsche Ernährungsgewohnheiten das Problem mit
dem Hüft- und Bauspeck zu verschärfen. Dabei sind die Deutschen
keineswegs alleine. Experten schätzen, dass 60 Prozent der
Weltbevölkerung sich weniger als 30 Minuten sportlich bewegen,
gleichzeitig steigt der durchschnittliche Kalorienverbrauch. Die Folge:
Die Menschen werden immer dicker. In Deutschland als einer der
wohlhabendsten Volkswirtschaften ist das Problem inzwischen zu einem
Massenphänomen geworden. Zwei Drittel aller Männer und die Hälfte aller
Frauen gelten als übergewichtig. Und eine Besserung ist nicht in Sicht,
wie die aktuelle Studie beweist.
Fit für’s Leben?
Der Name der Studie ist dabei mit Bedacht gewählt. 12.835 Personen im
Alter zwischen 16 und 25 Jahren wurden von einem Team unter Leitung von
Prof. Dieter Leyk untersucht. Neben einer schriftlichen Befragung und
der Erfassung der Körpermaße wurden auch physische Leistungstests zu
Kraft, Schnelligkeit und Ausdauer durchgeführt. Das Ergebnis der Studie
ist vor allem für das männliche Geschlecht niederschmetternd. Rund die
Hälfte der jungen Männer ist übergewichtig, 60 Prozent greifen
regelmäßig zum Glimmstengel, ein Drittel gilt als „sportabstinent“.
Zwar sind noch weniger Frauen dieser Altersgruppe sportlich aktiv, doch
bewegt sich der Anteil der übergewichtigen jungen Frauen bei lediglich
25 Prozent. Nur ein Viertel aller Untersuchungsteilnehmer weisen
keinerlei kardiovaskuläre Risikofaktoren auf. Bei der Untersuchung
stellten die Wissenschaftler zudem fest, dass das Risiko von
Übergewicht unter Abiturienten deutlich niedriger liegt als bei
Realschulabsolventen. Bei Hauptschülern treten kardiovaskuläre
Risikofaktoren sogar fünf Mal häufiger auf als bei Abiturienten.
Die Initiatoren der Studie forderten eine Verstärkung der
Präventionsmaßnahmen. Durch frühere Vorbeugung und Aufklärung sollen
die jungen Menschen wieder mehr auf ihren Körper achten. Die
Wahrscheinlichkeit, bereits in relativ jungen Jahren eine schwere
kardiovaskuläre Erkrankung zu erleiden, ist um so höher, je mehr
Risikofaktoren zutreffen. „Die Auswirkungen dieses überwiegend passiven
und ungesunden Lebensstils können nur durch gezielte, möglichst früh
einsetzende, institutionsübergreifende Präventionskampagnen aufgefangen
werden, bei denen Schulen, Vereine, Gesundheitskassen, Betriebe und die
Politik zusammenarbeiten“, so die Schlussfolgerung der
Verantwortlichen. Auch volkswirtschaftlich ist Geld für eine
Präventionskampagne ein gutes Investment. Schließlich muss die
Gesellschaft über die Gesetzlichen Krankenkassen einen Großteil der
Folgekosten durch Behandlung, Operationen und Krankenhausaufenthalte
schultern.

























