22. 05. 2012
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Neue Studie sieht gute Jobaussichten für Studierte
In dieser Woche kam dann noch eine angeblich unter Verschluss gehaltene
Studie zu den Studiengebühren in den öffentlichen Fokus.
In beiden Fällen, so unterschiedlich sie im Detail auch sein mögen,
gibt es eine Gemeinsamkeit. Sie räumen für die Zukunft ein, dass ein
Hochschulstudium in der Zukunft sehr wohl überlegt sein muss, nicht nur
aus rein finanziellen Abwägungen, schließlich müssen auch die Betriebe
in Deutschland ihren eigenen Nachwuchs durch die betriebsinterne
Ausbildung sichern, hier gebe es gerade bei den Engagierten sicher eine
Konkurrenzsituation, wie die Kölner Verantwortlichen in der vergangenen
Woche einräumten. Das Institut für Arbeitsmarkt- und
Berufsforschung (IAB) der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit hat am
heutigen Mittwoch genau zu diesem Thema eine weitere Studie
veröffentlicht, die allerdings den Sinn eines Hochschulstudiums betont.
Studieren lohnt sich, so die frohe Kunde aus Nürnberg, die ab sofort
online zur Verfügung steht.
Studium lohnt sich mehr als bisher
Die derzeitigen demografische Entwicklung wird in den kommenden Jahren
immer mehr zu einem Problem, wissen nicht nur die Nürnberger
Arbeitsmarktforscher. Gerade in den technischen Berufen dürfte es in
Zukunft noch schwerer werden, geeigneten Nachwuchs, auch akademischen,
zu finden. Allerdings bezeichneten die Nürnberger Forscher das
derzeitige Trommeln der Industrie wegen des drohenden Fachkräftemangels
als übertrieben an. „Noch besteht kein genereller Ingenieurmangel“, so
die Einschätzung der Experten. Aber gerade in diesem Bereich gab es in
den vergangenen zwei Jahren einen zunehmenden Engpass. Im Gegensatz zu
anderen Branchen und Berufsfeldern überstieg hier die Nachfrage nach
Fachpersonal das vorhandene Angebot. Und der Trend zu einer
höherwertigen akademischen Ausbildung hält auch weiterhin an, zumal
eine solche Qualifizierung auch im hohen Alter noch dazu führen kann,
dass die Betroffenen einen guten Job finden, hieß es dazu weiter. Es
gebe allerdings deutliche Unterschiede in den einzelnen Studienfächern.
Hier liegt unter anderem auch eine Chance für Geistes- und
Sozialwissenschafter.
Neue Bildungsexpansion notwendig
Um dem drohenden Akademikermangel entgegenzuwirken, sei ein ganzes
Bündel an Maßnahmen erforderlich, fordern die vier Autoren der Studie.
Zentral sei dabei eine neue „Bildungsexpansion“. Allein um den
Ersatzbedarf für die in den nächsten Jahren aus dem Erwerbsleben
ausscheidenden älteren Arbeitnehmer zu befriedigen, müsse der Anteil
der Studienanfänger eines jeden Jahrgangs auf mindestens 40 Prozent
steigen (2006: 36 Prozent). "Das Potenzial an studierfähigen Menschen
ist größer als derzeit erschlossen. Gerade Kinder mit
Migrationshintergrund und aus bildungsschwachen Elternhäusern müssen
früh gefördert werden", fordern die Arbeitsmarktexperten und schließen
sich hier übrigens auch der Meinung der Industrie- und Handelskammern
und der Arbeitsagentur an. Nicht erst seit gestern ist darüber hinaus
bekannt, dass der Hochschulzugang in Deutschland durch eine sehr hohe
soziale Ungleichheit gekennzeichnet ist. "Von 100 Kindern aus
Akademikerfamilien studieren 83, von 100 Kindern aus Familien ohne
akademische Tradition aber nur 23", zitiert die Studie Ergebnisse der
Bildungsforschung. Neben der Erhöhung der Akademikerquote sind aber
auch andere Maßnahmen erforderlich, um den drohenden Engpass für die
Unternehmen schon jetzt aufzufangen
Derzeit noch kein genereller Ingenieurmangel
Wie bereits erwähnt, sehen die Autoren der Studie keinen Grund zur
Panikmache. Die Berufsgruppe der Ingenieure sei zwar in den vergangenen
Monaten immer wieder in den Blickpunkt der Betrachtung gerückt, erst im
Sommer sprach das Institut der Deutschen Wirtschaft von 85.000 Stellen,
die in Deutschland nicht besetzt werden können. Engpässe räumt auch das
IAB ein, doch trotzdem besteht derzeit aus Sicht des IAB noch kein
flächendeckender Ingenieurmangel. Im Jahr 2007 konnten die offenen
Stellen im Ingenieurbereich sogar wieder schneller besetzt werden als
in den beiden Vorjahren. Noch stärker verkürzte sich die Zeit, in der
eine offene Stelle unbesetzt blieb, obwohl sie schon hätte besetzt sein
sollen. Sie sank deutlich von 64 Tagen in 2006 auf 36 Tage in 2007, da
die Betriebe 2007 auch wieder mehr Zeit für die Personalsuche als im
Vorjahr einplanten.
Die IAB-Studie finden Sie auch direkt im Internet unter: doku.iab.de/kurzber/2008/kb1808.pdf.

























