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22. 05. 2012
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Neuer Therapiestandard für Leukämie-Variante


04.10.2010 22:34 von:

Schlagwörter: Köln,Universitätsklinik,2010,Studie,Leukämie,Behandlung,Therapieansatz,CLL,klini

In der renommierten Fachzeitschrift Lancet erschien am vergangenen Samstag ein viel beachteter Aufsatz. Dort wurde über einen neuen Therapiestandard bei der medikamentösen Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) berichtet. Die klinische Studie wurde an der Klinik für Innere Medizin I durchgeführt und sorgte in der Fachwelt für außergewöhnlich euphorische Kommentare. So sprach der britische Medizinforscher Peter Hillmen aus Leeds von einer "massiven Auswirkung" auf die Therapie dieser Leukämie-Variante. Die so genannte "CLL8-Studie" bezieht sich auf die zweithäufigste Leukämie-Variante. Bislang wurde die Erkrankung in der Regel mit einer Chemotherapie behandelt.

In der CLL8-Studie der Deutschen CLL Studiengruppe wurden insgesamt 817 Patienten zuvor nicht therapierte Patienten in 190 Behandlungszentren in 11 Ländern behandelt. 408 Patienten wurden zufällig der Behandlung mit einer Chemoimmuntherapie bestehend aus den Medikamenten Fludarabin, Cyclophosphamid und Rituximab (FCR) zugeteilt. 408 Patienten erhielten eine Chemotherapie aus Fludarabin und Cyclophosphamid (FC). Drei Jahre nach der Chemoimmuntherapie war die Krankheit bei 65 Prozent der Patienten nicht weiter fortgeschritten. Bei der traditionellen Chemotherapie lag dieser Wert mit 45 Prozent deutlich darunter. Das zentrale Resultat dieser Studie ist jedoch, dass sich die Überlebenswahrscheinlichkeit durch die Chemoimmuntherapie nachweislich erhöhte. Drei Jahre nach der Behandlung lebten 87 Prozent der zusätzlich mit Rituximab behandelten Patienten gegenüber 83 Prozent der Patienten, die allein die Chemotherapie erhalten hatten, so die Kölner Uniklinik in einer heutigen Stellungnahme.

Die Studie könnte damit ungewöhnlich schnell eine direkte Konsequenz auf die Behandlung von CL-Patienten haben. In der Studie konnten die Medizinforscher nachweisen, dass eine neue Kombination von chemotherapeutischen Wirkstoffen in Form der neuen Chemoimmuntherapie nachweislich besser ist als die alte Therapiemethode. So lag die so genannte Remissionsrate bei der Chemoimmuntherapie lag bei 44 Prozent, bei der Chemotherapie lediglich bei 22 Prozent. Dieser Qualitätsaspekt scheint eine echte Auswirkung auf die Überlebenschancen der Patienten zu haben. Durch den Wirkstoff Rituximab erhält der Therapieansatz überdies einen neuen Mechanismus zur Abtötung der Krebszellen. Durch die Bildung entsprechender Antikörper werden zudem die Bildung von resistenten Krebszellen vermieden, hieß es dazu weiter. Als bedeutsamsten Faktor bei ihrer Studie nannten die Kölner Forscher jedoch die erkennbare genetischen Veränderungen am menschlichen Erbgut. Menschen mit einem verkürzten Arm des Chromosoms 17 (17p-deletion) haben dabei die schlechteste Prognose. Deutlich höher sind die Behandlungserfolge, wenn die Genverkürzungen an anderen Chromosomen auftaucht. Für sie könnte die neue Methode eine deutliche Behandlungsverbesserung bedeuten.

Leiter der Studie ist Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor der Klinik I für Innere Medizin an der Kölner Uniklinik.







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