22. 05. 2012
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OECD-Bildungsbericht missachtet deutsche Besonderheiten
Der in dieser Woche veröffentlichte OECD-Bildungsbericht entwirft ein nicht wirklich positives Bild des deutschen Bildungsniveaus. So habe sich zwar der Anteil der Hochschulabsolventen an der Gesamtheit der gleichaltrigen Bevölkerung innerhalb von zehn Jahren von 16 auf 31 Prozent nahezu verdoppelt. Doch im Vergleich zu anderen OECD-Staaten liege Deutschland eher im Mittelfeld der OECD-Mitglieder, wie die Autoren der Studie kritisch anmerkten. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat mit einer am gestrigen Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme die Kritik jedoch im Kern zurückgewiesen. Eine geringere Akademikerquote bedeute nicht automatisch auch ein geringeres Bildungsniveau, so das Argument der IW-Experten.
Vor dem Hintergrund der derzeitigen Debatten um einen drohenden Fachkräftemangel verwiesen die IW-Experten auf eine Besonderheit des deutschen Bildungssystems, das der dualen, beruflichen Ausbildung. Zwar gibt es auch hier einen Trend zu Akademisierung, dennoch bauen viele Fachkräfte nach Abschluss von Lehre und Meisterprüfung hohe fachliche Kompetenzen auf, die von der Studie nicht wirklich berücksichtigt wurden. Wird dieses Fachwissen in die Berechnungen einbezogen, ergibt sich nach Angaben des IW im direkten Vergleich mit den USA ein anderes Bild. Mit einem Anteil der "Hochkompetenten" in Höhe von 26 Prozent in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen liegt Deutschland unter Einbeziehung der Fachkräfte mit dualer Berufsausbildung sogar vor den USA, die trotz höherer Akademikerquote auf lediglich 21 Prozent kommt. "Nicht jeder kluge Kopf hierzulande hat einen Hochschulabschluss", so IW-Experte Prof. Dr. Axel Plünnecke abschließend.

























