22. 05. 2012
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Studie: Deutsche Jugendliche denken positiver über Unternehmer als ihre Lehrer
Lediglich 13 Prozent haben eine schlechte Meinung über das
Unternehmertum. Damit haben die Jugendlichen sogar ein positiveres
Unternehmerbild als ihre Lehrer, die ebenfalls in der von TNS-Infratest
durchgeführten Studie befragt wurden. In dieser Gruppe haben sechs
Prozent eine "sehr gute", 69 Prozent eine "eher gute" und immerhin ein
Viertel (25 Prozent) eine "schlechte" Meinung über Unternehmer.
Das Unternehmerbild der Jugendlichen wird positiv vom persönlichen
Kontakt mit Unternehmern (55 Prozent) und Erfahrungen beim Jobben (47)
geprägt. Auch Eltern (44), die Lehrer (44) sowie Freunde und Bekannte
(35) spielen eine deutlich größere Rolle als professionelle
Berufsberater (31). "Gerade im privaten Umfeld und in der Schule werden
die Weichen für ein positives Unternehmerbild gestellt", sagte
Projektmanager Dr. Björn Hekman von der Bertelsmann Stiftung. Daher sei
es wichtig, dass Jugendliche stärkeren Kontakt zu Unternehmern bekämen.
So würden Vorurteile gemindert und Berührungsängste abgebaut.
Jugendliche und Lehrer dokumentierten diesen Kontaktmangel in der
Studie auf eindrucksvolle Weise. Drei Viertel der Jugendlichen im
Schulalter sind in Deutschland prinzipiell bereit, sich später einmal
selbstständig zu machen und ein eigenes Unternehmen zu gründen. 15
Prozent der Befragten ziehen dies sogar "bestimmt" in Erwägung, weitere
61 Prozent "eventuell". Dabei neigen junge Männer deutlich mehr zur
Selbstständigkeit als junge Frauen. Bei der Einschätzung des eigenen
wirtschaftlichen Wissens fällt das Urteil der Jugendlichen eher
kritisch aus. Nur acht Prozent schätzen ihr wirtschaftliches Wissen als
"gut" ein, 50 Prozent als "einigermaßen". 42 Prozent schreiben sich nur
"wenig" beziehungsweise "gar kein" wirtschaftliches Wissen zu.
Großes Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen
Als Gegenpol zu der vergleichsweise niedrigen Selbsteinschätzung der
Kenntnisse über wirtschaftliche Fragestellungen gibt es ein hohes
Interesse Jugendlicher daran, mehr über wirtschaftliche Vorgänge zu
erfahren. 67 Prozent sind an mehr wirtschaftlichem Wissen interessiert.
Auch zwei Drittel der befragten Lehrer sind der Meinung,
wirtschaftliche Fragen sollten vermehrt im Schulunterricht vorkommen.
Um das Thema besser in den Unterricht integrieren zu können, wünschen
sich die Lehrer einen besseren Zugang zu den Unternehmen. Fragt man
Jugendliche danach, welche Unternehmen sie bewundern, stehen Konzerne
wie Microsoft, Siemens, BMW und Daimler ganz hoch im Kurs. Auch VW,
Google, Porsche, Deutsche Telekom und Adidas finden hohe Anerkennung
bei der Jugend. Die Liste der bewunderten Unternehmer wird mit
deutlichem Abstand von Bill Gates angeführt. Danach verweisen
Jugendliche bei dieser offen gestellten Frage jedoch auf Unternehmer
aus ihrem privaten Bekanntenkreis oder aus ihrem familiären Umfeld.

























