22. 05. 2012
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Studie: Glücksspiel bleibt ein gesellschaftliches Problem
Rund die Hälfte der 16- bis 65-jährigen Deutschen haben in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal ein Glücksspiel gespielt. Damit hat sich das Niveau in den vergangenen zwei Jahren zwar wenig verändert. Im Ergebnis bleibt das Glücksspiel aber ein gesellschaftliches Problem. Immerhin stellten die Autoren der Studie feststellen können, dass trotz des anhaltend hohen Niveaus das Bewusstsein über die Gefahren des Glücksspiels in diesem Zeitraum gewachsen ist. Basis für die Studie ist eine so genannte Repräsentativbefragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA), die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde. "Das Glücksspielverhalten in Deutschland bietet weiterhin Anlass zur Sorge", erklärte Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BzgA nach Bekanntgabe der Umfrageergebnisse.
Trotz des gestiegenen Problembewusstseins haben sich die Zahlen in einigen Bereichen aber deutlich verschlechtert. Insbesondere in der Gruppe der jungen Männer scheinen die Gefahren übermäßigen Glücksspiels, das schnell zur Sucht werden kann, deutlich verschärft. So hat die Studie festgestellt, dass unter den 18- bis 20-Jährigen der Anteil der jungen Männer, die an Automaten ihr Glück versuchen, von 15 auf 30 Prozent gestiegen ist. Überhaupt ist das Glücksspiel bei Männern (60 Prozent) deutlich ausgeprägter als bei Frauen (47 Prozent). Das Glücksspiel mit der größten Verbreitung ist das Samstagslotto "6 aus 49". Rund 40 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig an der staatlichen Lotterie teilzunehmen, immerhin 4,5 Prozent mehr als vor zwei Jahren. Als Grund für diesen Anstieg vermuten die Autoren der Studie die großen Jackpot-Ausspielungen, die in diesem Zeitraum durchgeführt wurden.
Während die meisten Menschen ihr Glücksspielverhalten im Griff haben, gelten rund 600.000 Menschen als "Spieler". Ihr Verhalten bezeichnen Experten als problematisch oder sogar pathologisch. Damit sind rund 1,1 Prozent der erwachsenen Bevölkerung betroffen. Besonders anfällig sind junge Männer, wie die BzgA-Direktorin weiß. Häufig werden die Gefahren einer Spielesucht unterschätzt, erste Anzeichen nicht ernst genommen, warnt die Bundeszentrale. Allerdings stieg auch der Anteil derjenigen, die sich der Gefahren einer Glücksspielsucht durchaus bewusst sind. Immerhin 61 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich über die Gefahren gut informiert führen. Vor zwei Jahren traf dies nur auf rund 50 Prozent der Befragten zu, so die Bundeszentrale weiter. Außerdem sei wesentlich mehr Betroffenen inzwischen bekannt, wo sie sich mit ihren Problemen melden können und wo sie Beratung und Hilfe erhalten, so die BzgA-Direktorin abschließend.
Seit zwei Jahren betreibt die Bundeszentrale gemeinsam mit dem Deutschen Lotto- und Totoblock (DLTB) eine Informationsseite im Internet. Hier finden Betroffene umfangreiche Informationen zu Hilfen in der Nähe. Die Internetseite finden Sie unter: www.spielen-mit-verantwortung.de.

























