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22. 05. 2012
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Studie: Immer mehr Jugendliche sind "unverbunden"


25.05.2010 08:24 von:

Schlagwörter: Studie,ZEW,Mannheim,Jugendliche,unverbunden,Ausgrenzung,Phänomen,Pfeifer

Immer mehr Jugendliche in Deutschland sind ausgegrenzt. Ein Forscherteam um den Bildungsökonomen Dr. Friedhelm Pfeifer vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung hat nun das gesellschaftspolitische Phänomen der "unverbundenen Jugendlichen" genauer unter die Lupe genommen und ist zu erschreckenden Ergebnissen gekommen. Mehr als 130.000 Jugendliche im Alter von 17 bis 19 Jahren haben derzeit keine ausreichende finanzielle und emotionale Unterstützung, so die Schätzung der Wissenschaftler. Sie besuchen keine Schule, gehen keiner Erwerbstätigkeit nach und haben keine dauerhaften Freundschaften. Das hat gravierende Konsequenzen auch für die gesamte Gesellschaft, so der Wissenschaftler in seiner Studie. Viele unverbundene Jugendliche haben keinen schulischen und beruflichen Bildungsabschluss. Sie haben größere Schwierigkeiten, gesellschaftliche Regeln und Normen zu erlernen, so dass dauerhafte Ausgrenzung droht. Basierend auf Stichproben des Sozio-Oekonomischen Panels (SOEP) zeigen die Untersuchungen des ZEW, dass die Anzahl unverbundener Jugendlicher in jüngster Zeit angestiegen ist. Im Zeitraum 2000 bis 2008 sind der Studie zufolge im Durchschnitt 13 Prozent der Jugendlichen in der Altergruppe der 17- bis 19-Jährigen, derzeit rund 130.000, unverbunden. Die Zahl stieg damit in jüngster Zeit weiter an. Im Zeitraum der Jahre 2006 bis 2008 betrug der Anteil isolierter Jugendlicher in dieser Altersgruppe 17,7 Prozent. Fast ein Fünftel einer Altersgruppe befinden sich damit de facti außerhalb der Erwerbsgesellschaft.

Nach Ansicht der Wissenschaft gibt es unterschiedliche Ursachen für die Unverbundenheit. Mögliche Ursachen sind der Bildungshintergrund der Eltern, die familiären Verhältnisse, sowie die Situation auf dem Arbeitsmarkt. Die ökonometrischen Analysen bestätigen, dass die Wahrscheinlichkeit, zu einem Zeitpunkt im Alter zwischen 17 und 19 Jahren isoliert zu sein, um bis zu elf Prozent niedriger ist, wenn ein Elternteil einen Studienabschluss aufweist. Besitzt ein Elternteil einen Berufsabschluss sinkt dieses Risiko um sechs Prozent. Ist der oder die Jugendliche die ersten 15 Lebensjahre bei beiden Elternteilen aufgewachsen, ist das Risiko der Unverbundenheit um acht Prozent niedriger als bei Jugendlichen, die bei nur einem Elternteil aufwuchsen. Weiter deuten die Analysen daraufhin, das bei einer Zunahme der Arbeitslosigkeit um ein Prozent das Ausmaß der Unverbundenheit unter Jugendlichen im Folgejahr um 0,4 Prozent zunimmt. "Unverbundenheit im Jugendalter kann mit vielfältigen Folgeproblemen einhergehen. Fällt die Familie als emotionale und finanzielle Stütze aus, drohen zu geringe Bildungsinvestitionen. Weitere schulische oder berufliche Prüfungen können deshalb in der Zukunft zu einer schwer überwindbaren Hürde werden", erklärte der Autor der Studie. "Den Jugendlichen wird es außerdem schwerer fallen, die geschriebenen und ungeschriebenen Normen und Umgangsregeln der Gesellschaft einzuhalten. Um den drohenden Teufelskreis der Ausgrenzung zu durchbrechen, sind wirksame öffentliche Hilfen erforderlich, die bereits früh in der Kindheit der benachteiligten Jugendlichen ansetzen müssen", so Pfeiffer abschließend.

Die komplette Studie finden Sie im Internet unter: www.zew.de.







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