22. 05. 2012
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Studie: Palliative Versorgung bedarf der Zuwendung
Immer wieder wird das Thema Zeitmanagement im Zusammenhang mit der Pflege von älteren Menschen in Seniorenheimen und Einrichtungen thematisiert. Nicht selten beklagen Mitarbeiter solcher Einrichtungen, dass sie wegen des Kostendrucks nur selten dazu kommen, sich intensiv mit den Wünschen und Bedürfnissen älterer Menschen auseinander zu setzen. Genau das aber ist eine unbedingte Voraussetzung für psychosoziales Wohlbefinden und eine bedarfsgerechte Betreuung von Senioren, wie eine aktuelle Studie des Kölner Zentrums für Palliativmedizin herausfand. Neben dem Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner steht auch die Kontrolle über die eigene Situation sowie die Einbeziehung der Familie in die Betreuung im Mittelpunkt einer solchen Versorgung.
Die aktuelle Studie, die am kommenden Samstag (14. November 2009) im Rahmen einer Fachtagung in Köln der Öffentlichkeit vorgelegt wird, hat dabei in 28 qualitativen Interviews die Situation in verschiedenen Pflegeeinrichtungen unter die Lupe genommen. Grundlage der Analyse sind die im fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) niedergeschriebenen Vorschriften, insbesondere der Paragraf 37b. Dort werden die Voraussetzungen für eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung geregelt. Dort werden auch die Anforderungen an palliative Versorgung in der stationären Pflege aufgelistet. Neben dem eigentlichen Pflegepersonal dieser Einrichtungen spielen auch Hausärzte und pflegende Angehörige eine wichtige Rolle bei der Betreuung solcher Personen. Zwar gebe es positive Beispiele, aber eben auch negative. Die Autoren der Studie fanden heraus, dass in einigen Fällen fehlendes Wissen der pflegenden Personen unnötige und quälende Schmerzen für die Palliativpatienten nach sich ziehen. Gerade hier bestehe dringender Handlungsbedarf, formulieren die Autoren ihre Erkenntnisse.
Ein weiterer Handlungsbedarf besteht im grundsätzlichen Verständnis von Palliativmedizin. In einigen Einrichtungen wird dieser medizinische Zweig häufig als "terminale Versorgung" missverstanden. Dem widersprechen die Autoren der Studie. Ziel der Palliativmedizin ist es eben, auch Schwerkranken eine gewisse Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten. Bei der Betreuung selbst steht das eigenverantwortliche Zeitmanagement ganz oben auf der Liste der Wünsche. Das betrifft häufig die eher kleinen Dinge des Lebens, die sich in jeder Pflegeeinrichtung relativ einfach umsetzen lassen. So gaben die befragten Patienten an, dass sie sich selbst das Essen aussuchen wollen. Auch kleine Ausflüge in den Park. Es mangelt aber auch an wesentlichen Dingen. So erhalten stationär betreute Patienten häufig nicht die notwendige fachmedizinische Versorgung. Ebenso sorgt der Kostendruck für einen Mangel an emotionaler Betreuung, gerade in schwierigen Zeiten. Und all das sollte in ausreichender Weise den Angehörigen vermittelt werden.
Fazit der Studie: Die Ansätze guter palliativer Medizin sind bereits vorhanden. Allerdings müsse man sich auch hier über einen Ausbau diese Ansätze Gedanken machen. Die Studie sieht vor allem bei der Anpassung der so genannten "Personalschlüssel" in Pflegeheimen Handlungsbedarf. Daneben spielt der Aspekt der Qualifizierung eine wesentliche Rolle. Er betrifft sowohl das pflegende wie auch das medizinische Fachpersonal (Hausarzt). Nicht selten hilft dabei eine Zusammenarbeit zwischen Hausarzt und einem Palliativkonsildienst. Die Studie wird am kommenden Samstag in der Mildred-Scheel-Akademie zum Ausgangspunkt einer Podiumsdiskussion sein. Anerkannte Experten aus Medizin, Pflege und Seelsorge werden über mögliche Verbesserungen im System debattieren, kündigte die Kölner Uniklinik abschließend an.

























