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22. 05. 2012
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Studie: Vertrauen in soziale Marktwirtschaft kehrt zurück


08.02.2010 11:16 von:

Schlagwörter: Studie,Bertelsmann,Soziale Marktwirtschaft,Vertrauen,2010,Allensbach,Umfrage,rep

Die zurückliegende internationale Finanz- und Wirtschaftskrise hat nicht nur an der Eigenkapitalbasis vieler Unternehmen genagt. Sie hat, das zeigten die Umfrage in der Vergangenheit, auch beim Vertrauen der Bevölkerung in das System der Sozialen Marktwirtschaft sichtbare Risse und Kratzer hinterlassen. Zumindest dieser Trend scheint nun wieder umgekehrt, wie eine repräsentative Umfrage des Allensbach-Instituts im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung zeigt. Nach seinem bisherigen Tiefstwert von 31 Prozent im Frühjahr 2008 hat sich dieser Wert nun wieder auf 38 Prozent erholt. So viele Menschen haben in Deutschland eine positive Meinung von dem System der Sozialen Marktwirtschaft. Im Jahr 2000 waren es mit 55 Prozent allerdings wesentlich mehr Deutsche, die sich für dieses System aussprachen, so die Güterloher Stiftung weiter. Hauptgrund für die Trendumkehr ist das aus Sicht der Mehrheit der Befragten besonnene Krisenmanagement in der zurückliegenden Krise.

So haben sich insbesondere das Garantieversprechen für Spareinlagen der Bundesregierung, allen voran Kanzlerin Merkel, positiv für das Vertrauen in das bestehende System der Wirtschaftsverfassung ausgewirkt. Auch die verschiedenen Maßnahmen zur konjunkturellen Ankurbelung, die Flexibilisierung der Kurzarbeit sowie das Verhalten vor allem der familiengeführten, mittelständischen Unternehmen, Arbeitsplätze erhalten zu wollen ebenfalls positiv für das Vertrauen der Bevölkerung ausgewirkt. "Durch diese Maßnahmen ist die von vielen Experten befürchtete Massenarbeitslosigkeit bis heute ausgeblieben", sagte Dr. Günter Thielen, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann-Stiftung bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse am heutigen Montag. Bei der Frage, ob das derzeitige System "nicht wirklich sozial" sei, antworteten knapp die Hälfte (49 Prozent) mit Zustimmung. Im Jahr 2006 waren es hingegen noch 62 Prozent, die der Wirtschaftsverfassung ihre soziale Qualität absprachen. Ähnlich entwickelten sich die Umfragewerte bei der Frage, ob die Befragten das System als "sozial" bezeichneten. Hier stieg der Anteil der Befürworter einer solchen Aussagen im gleichen Zeitraum von 24 auf nun 35 Prozent an. Demnach glauben nur 15 Prozent, dass es eine Alternative zur Sozialen Marktwirtschaft gebe, 43 Prozent hingegen glauben das nicht.

Kritik an der ungerechten Verteilung bleibt

Trotz des positiven Trends bleibt eine kritische Grundhaltung weiter Teile der Bevölkerung, fand die Studie weiter heraus. Insbesondere bei der Frage nach der Verteilungsgerechtigkeit gab es eine Mehrheit von 58 Prozent, die dem derzeitigen System hier deutliche Schwächen bescheinigen. Diejenigen, die diesen Aspekt für "im Großen und Ganzen" erfüllt ansehen, bleiben mit 21 Prozent deutlich in der Minderheit. Allerdings hat sich auch hier der Wert gegenüber den letzten Umfragen etwas verbessert. Mehr als zwei Drittel (71 Prozent) haben jedoch den Eindruck, dass die Verteilungsgerechtigkeit in den vergangenen vier Jahren tendenziell eher ab- als zugenommen habe. Lediglich vier Prozent sehen das Gegenteil als erfüllt an. "Der Illusion, dass dem Staat angesichts seiner enormen Schuldenlasten aus der Bewältigung der Wirtschaftskrise größere Verteilungsspielräume geblieben wären, erliegt kaum jemand", kommentierte Thielen dieses Umfrageergebnis. Danach gefragt, welches von insgesamt neun vorgegebenen Ländern den eigenen Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit am nächsten kommt, dominiert noch immer Schweden mit 27 Prozent der Nennungen. Allerdings mit deutlich abnehmender Tendenz. Deutschland hat stark aufgeholt und rückt mit 19 Prozent (2007: fünf Prozent) an die zweite Stelle vor. Trotz anhaltender Zweifel an der sozialen Gerechtigkeit verbessert sich auch nach dieser Ermittlung die Bewertung des deutschen Wirtschafts- und Sozialsystems im internationalen Vergleich, so das Fazit der Gütersloher Stiftung.

eine Zusammenfassung der aktuellen Studie finden Sie als pdf-download im Internet unter: www.bertelsmann-stiftung.de.







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