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22. 05. 2012
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Studie: Wenn Routine zum tödlichen Risiko wird


17.02.2010 13:00 von:

Schlagwörter: Köln,Universität,Duisburg,Fachhochschule,Studie,Verkehrsverhalten,2010,Unfallhäu

In einer gemeinsamen Studie haben der Kölner Physiker Prof. André Bresges und Prof. Elke Gizewski vom Universitätsklinikum Essen das Verkehrsverhalten von Autofahrern untersucht. Im besonderen gingen sie der Frage nach, warum gerade auf bekannten Streckenabschnitten Autofahrer so häufig gravierende Fehler machen, nicht selten mit fatalem Ausgang. Auch der Fachbereich Polizei der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW nahm an der Untersuchung teil. 32 Autofahrer, die Hälfte von ihnen mit langjähriger praktischer Erfahrung, wurden in einem speziell für die Studie entwickelten Fahrsimulator zunächst einmal sechs Minuten lang mit einer bestimmten Fahrsituation konfrontiert. Dabei saßen die Probanden passiv in ihren Sitzen. In einem Nebenraum fuhren sie anschließend die ihnen nun bekannte Strecke mit einem Joystick nach, bis ihnen diese Aufgabe vorkam wie der Weg zur eigenen Arbeit. Dann wurden sie "verkabelt", die Wissenschaftler analysierten die Hirnaktivitäten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer mittels der so genannten "funktionellen Magnetresonanztomographie, die die Aktivitäten bestimmter Hirnareale sichtbar macht. Genauer: Sie misst die Veränderung der Gewebedurchblutungen aufgrund des erhöhten Energiebedarfs während der Aktivitäten.

Die Ergebnisse verblüffen auf den ersten Blick ein wenig. So reagieren Gehirne auf ihnen unbekannten Strecken stärker auf die Herausforderungen von Kurven und Hindernissen als auf den Strecken, die ihnen bekannt sind. Ob jemand bereits jahrzehntelange Erfahrungen im Straßenverkehr hat oder ein Fahranfänger ist, spielt dabei kaum eine Rolle. "Der Fahrer steuert das Auto, ohne sich bewusst zu orientieren", interpretierten die Forscher das Ergebnis der Messungen. Die Resultate der Studie sollen vor allem in der Polizeiausbildung verarbeitet werden. Erste Konsequenzen seien in der Verkehrssicherheitsberatung der Polizei bereits im Einsatz, versicherten die beteiligten Wissenschaftler. "Autofahrerinnen und Autofahrer müsse deutlich werden, dass Gefahren gerade auch auf den scheinbar bekannten und harmlosen Strecken lauern", so der praktische Nutzen der Forschung.

Nach den bundesweiten Statistiken sind junge Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren die am höchsten gefährdete Gruppe von Verkehrsteilnehmern. Zwei Drittel aus dieser Gruppe, die an einem Unfall beteiligt waren, wurden von der Polizei als Unfallverursacher beurteilt. Vor allem im Berufsverkehr liegt die Zahl der Unfälle besonders hoch. Unter den Beschäftigungszweigen scheinen vor allem Angehörige des Berufsstandes der Bäcker gefährdet zu sein. Sie sind drei Mal so häufig in Unfälle verwickelt wie die Angehörigen anderer Berufsgruppen. Diese Erkenntnisse stammen aus einer anderen Studie der beiden Wissenschaftler Dr. Michael Geiler und Prof. H.-Peter Musahl von der Universität Duisburg-Essen.







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