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22. 05. 2012
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Uni Bonn: Neue Erkenntnisse über Erfolgsfaktoren bei Nierentransplantationen


24.01.2009 16:31 von:

Schlagwörter: Studien,Universität,Bonn,Erfolgsfaktor,Nieren,Nierentransplantation,Urologie,Med

Die Medizinforscher raten dazu, Operationen an der menschlichen Niere tagsüber durchzuführen. Den Grund dafür sehen die Forscher der Bonner Uni in erster Linie in der höheren Konzentration der Operateure am helllichten Tag. Statistisch ergab die Untersuchung, dass Nierentransplantationen, die in der Nacht durchgeführt wurden, doppelt so häufig eine weitere OP nach sich zogen als Operationen am Tage. Insgesamt wurden in der Untersuchung 260 Nierentransplantationen unter die Lupe genommen. Urologe Dr. Guido Fechner und Prof. Dr. Stefan Müller hatten die Arbeiten durchgeführt und dabei einen möglichen Grund für die hohe Zahl an Komplikationen bei diesem bestimmten Eingriff festgestellt. Grund ist wahrscheinlich, dass der Operateur tagsüber wacher und konzentrierter arbeitet. Gerade bei einem so komplizierten Eingriff wie einer Transplantation ist chirurgisches Können mit entscheidend für den Erfolg, vermuten die Autoren.

Kritik an hoher Zahl der Nachtoperationen

Kritik äußern die beiden Medizinforscher an der gängigen Praxis. Obwohl die Studie ein signifikantes empirisches Ergebnis liefert, finden immer noch viel zu häufig Transplantationsoperationen an der Niere in der Nacht statt. Gerade einmal 60 Prozent der untersuchten 260 Operationen geschahen zwischen acht Uhr morgen und acht Uhr abends. Mehr als ein Drittel erfolgt somit in den Nachtstunden, rechnen die Mediziner hoch. Häufigste Ursache für Nachoperation ist das vorzeitige Versagen des Spenderorgans. 16 Prozent der während der Nachtstunden operierten Spendernieren mussten wegen chirurgischer Komplikationen wiederholt werden. In den verglichenen Tagstunden lag die Quote der Komplikationsfälle mit gerade einmal sechs Prozent deutlich niedriger. Spendernieren halten im statistischen Durchschnitt neun Jahre, in manchen Fällen bereits bis zu 20 Jahre. 90 Prozent aller Spendernieren erreichen ein „Alter“ im Empfänger von fünf Jahren, nachts operierte Nieren erreichten hier einen Erfolgsfaktor von 80 Prozent, wie Fechner erklärte. Das Hauptgegenargument, Spendernieren müssten wegen der „Frische“ der Organe nachts operiert werden, können die Mediziner in Zweifel ziehen. Ihrer Meinung nach reicht ein Alter von 18 Stunden unter entsprechend sterilen Bedingungen aus, um erfolg versprechend verpflanzt werden zu können. Der Tipp des Experten: „Operationen von 5 auf 8 Uhr morgens verschieben“. Bei der Transplantation von Lebendnieren tritt dieses Problem ohnehin nicht auf, hier wurden die Operationen durchgängig tagsüber durchgeführt. Das wäre also eine der möglichen Alternativen, so die Autoren abschließend.







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