22. 05. 2012
Seite drucken
Uni Bonn: Studie sieht Zusammenhang zwischen Erfolg und Intelligenz
In einer so genannten Metaanalyse hat der Bonner Psychologe Jochen Kramer 244 Studien aus Deutschland mit einer neuen Analysemethode untersucht. Dabei entdeckte der Wissenschaftler der Universität Bonn auch, dass sich die Personalverantwortlichen deutscher Unternehmen bislang in viel zu geringem Maße für die allgemeine Intelligenz ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter interessieren. Zum Vergleich: Testverfahren, mit den die allgemeine Intelligenz gemessen werden kann, spielen bei US-Unternehmen eine bedeutend wichtigere Rolle. Dabei sind intelligente Menschen für Unternehmen besonders wertvoll, da die kognitiven Fähigkeiten in direktem Zusammenhang mit der Arbeitsleistung stehen, wie Kramer herausfand.
So schätzt der Bonner Forscher, dass intelligente Mitarbeiter mit hoher Wahrscheinlichkeit eine um 50 Prozent höhere Arbeitsleistung erreichen als bei einer reinen Zufallsauwahl. Die Chancen, dass intelligente Mitarbeiter in den Unternehmen Karriere machen und damit zugleich höhere Einkommen erzielen, beläuft sich nach Angaben des Forschers auf rund 70 Prozent. Allerdings relativiere sich diese Einsicht je nach Berufsfeld, wie Kramer einräumte. Trotzdem gebe es einen signifikanten Zusammenhang beider gemessener Faktoren. Kramer folgte bei seiner Metaanalyse einer weit gefassten Definition von Intelligenz als grundsätzlicher mentaler Fähigkeiten. So nahm sich der Psychologie nur Studien zur Hand, die mindestens zwei der drei Intelligenzbereiche eines Menschen (Zahlen und Rechnen, sprachliche Fähigkeiten und räumliches Vorstellungsvermögen) berührten. Spezifische mentale Fähigkeiten sind dabei nicht so wichtig wie eine allgemeine Intelligenz, so die These des Geisteswissenschaftlers.
Weil aber die Messung allgemeiner Intelligenz zum Beispiel bei Einstellungstests bislang zu wenig berücksichtigt wird, will sich Kramer nun der Erforschung der Bedeutung von emotionaler Intelligenz und sozialer Kompetenzen widmen. Dass auch diese Faktoren zum beruflichen Erfolg beitragen, steht für den Psychologen außer Frage. Und auch wenn allgemeine Intelligenz nicht das alleinige Kriterium für die Personalverantwortlichen sein sollte, plädiert Kramer dafür, diesen Faktor bei der Personalfindung zumindest stärker als bislang zu berücksichtigen. "Als Personalchef würde ich mir auf jeden Fall ein Bild von der allgemeinen Intelligenz meines zukünftigen Mitarbeiters verschaffen. Wer darauf verzichtet, lässt sich wichtige Informationen entgehen", so Kramer abschließend.

























