19. 06. 2013
Seite drucken
Uni Dortmund: Halloween in Deutschland ist amerikanischer als in den USA
Studenten aus fünf Ländern versuchen in einem Seminar, das von Prof.
Walter Grünzweig aus der Amerikanistik und Prof. Hartmut Holzmüller aus
dem Bereich Marketing durchgeführt wird, zu klären, ob Halloween,
Weihnachtsfest und Valentinstag in deutschen Familien immer
"amerikanischer" begangen werden und, wenn ja, ob Filme aus Hollywood
dazu signifikant beitragen. Mit Hilfe von Beobachtungsstudien, Foto-
und Videodokumentation und Interviews wird untersucht, wie sich
Traditionen im Zusammenhang mit Festen im Jahresablauf verändern.
Die Vergleiche von Ritualen, die zu Halloween üblicherweise in den USA
ablaufen, zu den kürzlich nach Deutschland importierten
Verhaltensweisen zeigt beispielsweise, dass die Kostümierung bei
deutschen Halloween-Parties noch mehr Monster und Schreckensgestalten
bemüht, als dies in den USA der Fall ist. Amerikanern scheint es mehr
um Verkleidung an sich zu gehen, als um die Inszenierung von
Horrorszenen. Daher sind freundliche Kostüme aus dem Tierreich, wie
Kuh- oder Äffchenverkleidungen durch aus akzeptiert und angebracht.
Auch in Schnellrestaurants und Bars spielt Halloween jenseits des
Atlantiks weniger Rolle als bei uns. Die Deutschen haben aus der Fülle
von Halloween-Filmen vor allem die Gruselseite des Fests
herausgegriffen und inszenieren Halloween dunkler, gespenstischer und
allgegenwärtiger als das in den USA der Fall ist.
Zurzeit sind die Studierenden rund um die Uhr im Einsatz, um die
Vorbereitungen auf Halloween und den Ablauf des Fests am Mittwoch zu
dokumentieren. Danach werden sie sich mit den Veränderungen der lokalen
Weihnachtsbräuche und den Ritualen in Verbindung mit dem Valentinstag
beschäftigen - zwei Feste im Jahresablauf, die für Familien bzw.
Konsumenten große Bedeutung haben und für bestimmte Branchen und den
Einzelhandel von zentraler wirtschaftlicher Bedeutung sind. Erste
Ergebniss dieses Projekts werden im Januar vorliegen.






















