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22. 05. 2012
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Uni Duisburg-Essen untersucht europäische Strompreise


24.01.2009 16:34 von:

Schlagwörter: Studien,Universität,Duisburg,Essen,Analyse,Strompreise,Europa,Energiewirtschaft

Professor Dr. Christoph Weber hat sich zusammen mit seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern Dominik Schober und Daniel Ziegler die Strompreise in 27 europäischen Ländern einmal genauer betrachtet. Dabei wurden die Unternehmensanteile mit den Staatsanteilen in Bezug auf die Endkundenpreise untersucht. „Steuern, Abgaben und Umlagen sind ein wesentlicher Grund für die im EU-Vergleich hohen deutschen Strompreise“, erklärten die Wissenschaftler. Der zweite Preistreiber, die höheren Nutzungsentgelte, gehen allerdings mit einer im europäischen Vergleich höheren Qualität einher, wie Weber und sein Team feststellten.

Nach ihrer Analyse liegen die Staatslasten in Deutschland europaweit mit an der Spitze: Nur in Dänemark müssen Privathaushalte hierfür mehr aufwenden als in Deutschland. Der Anteil der Staatslasten am Haushaltsstrompreis beträgt hier rund 42 Prozent, in Dänemark sind es sogar 54 Prozent. Eine andere Rangfolge ergibt sich für das Kleingewerbe. Hier sind die staatlichen Belastungen nur in den Niederlanden und Italien mit 24 bzw. 22 Prozent im Vergleich zu Deutschland (15 Prozent) höher (ohne Mehrwertsteuer). Die deutsche Industrie trifft es nach Ansicht der Energiemarktexperten besonders schlecht. Für sie ist der Anteil der Staatslasten am Strompreis mit rund 23 Prozent europaweit mit Abstand am größten. Dagegen liegen laut der im Auftrag des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) erarbeiteten Studie die deutschen Großhandelspreise für Strom im guten Mittelfeld. Länder mit günstiger Erzeugungsstruktur und mit durch geringe Kuppelkapazitäten abgeschotteten Märkten haben niedrigere Großhandelspreise. Das gilt vor allem für die skandinavischen Länder. Schlecht schneiden dagegen Italien und für 2007 auch Großbritannien und die Niederlande ab.

Bei den Netznutzungsentgelten reicht es nach Ansicht der Autoren nicht aus, allein die Preise zu vergleichen. Zu unterschiedlich sind in den Vergleichsländern die Anschluss-Situationen, die Versorgungsaufgaben und die Verkabelung, argumentieren die Wissenschaftler. Dass hier die deutschen Preise teilweise im oberen Drittel liegen, bewerten die Autoren nicht nur negativ. "Der Anteil an Erdkabeln in Deutschland ist höher als anderswo, was wiederum zu niedrigeren Ausfallzeiten führt", erklärt Professor Weber. Für einen Zusammenhang von Netzkosten und Netzqualität (und damit geringe Ausfallzeiten) sehen die drei Energieexperten der UDE in ihren Untersuchungen deutliche Tendenzen. "So sind in Portugal die Netznutzungsentgelte zwar niedrig", gibt Dominik Schober ein Beispiel, "dafür die Ausfallzeiten im EU-Vergleich mit über 400 Minuten pro Jahr und Kunde im Vier-Jahres-Mittel mit am höchsten." Die jüngsten Änderungen der Strompreise sind in der Studie jedoch nicht eingepreist. Weil die Erhebungsmethodil des Statistischen Amtes der Europäischen Union umgestellt wurde, standen nur Daten bis zum 1. Januar 2007 zur Verfügung.








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