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22. 05. 2012
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UNICEF-Studie: Abgeschobene Roma-Kinder im Kosovo leiden


28.08.2011 21:13 von:

Schlagwörter: Köln,UNICEF,Kinderhilfswerk,2011,August,Kosovo,Roma,Kinder,Reintegration,Abschie

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat im vergangenen Jahr rund 200 Familien wissenschaftlich begleiten lassen. Ziel war es herauszufinden, wie es den "Heimkehrer" tatsächlich erging. Das Ergebnis ist mehr als ernüchternd. Wie die Initiatoren am vergangenen Freitag berichteten, ist die Lage des überwiegenden Teils der Familien eher verzweifelt. Dabei ist besonders die Lage der Roma bedrückend, wie die Autoren herausfanden. Auch Kindern werden in ihren Rückkehrländern wie dem Kosovo elementare Grundrechte vorenthalten. Die Wissenschaftler hatten dabei neben Roma, Ashkali und Kosovo-Ägypter auch Mitarbeiter der kosovarischen Behörden ausführlich befragt. Demnach gehen drei von vier der betroffenen schulpflichtigen Kinder dort nicht zur Schule. Die meisten von ihnen sind in Deutschland geboren und aufgewachsen. Sie leben jetzt mit ihren Familien in extremer Armut am Rande der Gesellschaft, berichteten die Autoren weiter.

Bereits im vergangenen Jahr hatte UN-Kinderhilfswerk detailliert belegt, dass bei Rückführungen von Roma-Kindern in den Kosovo das Kindeswohl kaum beachtet wurde. Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Bremen haben inzwischen veranlasst, dass vor Rückführungen in jedem Einzelfall die Folgen für das Kindeswohl geprüft werden müssen. Insgesamt stehen in Deutschland schätzungsweise 5000 bis 6000 Kinder aus Roma-Ashkali- und Ägypter-Familien vor der Abschiebung in den Kosovo. Dabei liegt die verzweifelte Lage keineswegs am fehlenden Willen der kosovarischen Verantwortlichen. Die haben ihre Bemühungen sogar verstärkt. Immerhin sind die meisten Kinder registriert und mit offiziellen Papieren ausgestattet. Das sah im vergangenen Jahr noch deutlich schlimmer aus. Wer nicht offiziell gemeldet ist, hat keinen Anspruch auf Einschulung, medizinische Versorgung oder Sozialleistungen. An der grundsätzlichen Lage der Heimkehrer aber habe sich wenig geändert, auch nicht zum Besseren.

"Die Untersuchung dokumentiert, dass die Rückführung in den Kosovo für die meisten Kinder immer noch einer Abschiebung ins Elend gleichkommt. Regierungen und Behörden in Deutschland wie im Kosovo müssen endlich konsequent das Wohl der betroffenen Kinder in den Mittelpunkt stellen", forderte Tom Koenigs, Vorstandsmitglied von UNICEF Deutschland. Dass die Regierung im Kosovo tatsächlich etwas unternommen hat und sich bemüht zeigt, bestätigte der Leiter der dortigen UNICEF-Mission, Johannes Wedenig. Sogar einen so genannten Reintegrationsfonds hat die Regierung eingeführt und mit insgesamt 3,4 Millionen Euro ausgestattet. Doch von den Hilfen kommt in den Gemeinden eher wenig an. Nur ein kleiner Teil der vorgesehenen Mittel erreicht bislang einige wenige Familien, so das Kinderhilfswerk weiter. UNICEF fordert daher, dass zwangsweise Rückführungen zukünftig generell durch eine individuelle Prüfung ersetzt werden. Wer in Deutschland geboren ist und seine ersten Lebensjahr verbringt, sollte zudem ein dauerhaftes Bleiberecht bekommen.

Die Studie wurde durchgeführt durch die beiden Sozialwissenschaftler Hil Nrecaj und Verena Knaus im Zeitraum von Oktober 2010 bis Juli 2011. Insgesamt wurden 200 in das Kosovo abgeschobene Familien aufgesucht und begleitet. Die Studie finden sie auch im Internet unter: www.unicef.de.







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