22. 05. 2012
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Universität zu Köln: Lebenserwartung steigt weiter an
Die Deutschen werden immer älter. Am heutigen Montag legte der Kölner Demograf Prof. Eckhart Bomsdorf seine neuesten Zahlen zur zukünftigen demografischen Entwicklung vor. Mädchen, die heute zur Welt kommen, werden im Durchschnitt in der Zukunft ein Lebensalter von durchschnittlich 92,7 Jahren erreichen. Die Zahl der über 100-Jährigen wird sich demnach innerhalb der nächsten 50 Jahre mehr als verzwanzigfachen. Auch Männer werden zukünftig immer älter werden. Sie erreichen ein Durchschnittsalter von immerhin 87,6 Jahren, teilte der Kölner Demografieforscher mit. Der Anteil der weiblichen Neugeborenen, die gute Chancen haben, die magische Zahl von 100 Jahren Lebensalter erreichen werden, wird bei einem Viertel liegen.
Diese eigentlich positive Nachricht wirft indes ein Schlaglicht, wenn man diese Zahlen zugleich mit dem derzeitigen Zustand der Sozialsysteme in Deutschland vergleicht. Schon jetzt klagen Kranken- und Rentenkassen sowie die Pflegeversicherung über steigende Ausgaben und stagnierende oder sogar sinkende Einnahmen. Dabei ist das dicke Ende der Demografie noch gar nicht erreicht. Viele der heute 50-Jährigen werden demnach das Alter von 100 Jahren erreichen. Noch höher wird die Lebenserwartung bei den heute Geborenen. Insgesamt soll die Zahl der Einwohner in diesem Land aber zurückgehen. "Das sind Werte, die Gesellschaft und Politik mehr als nachdenklich stimmen sollten", erklärte der Kölner Wissenschaftler. Die Berechnungen des Kölner Wissenschaftlers sind damit deutlich optimistischer, was die Entwicklung der Lebenserwartung angeht. Die statistischen Prognosen des Bundesamtes Destatis gehen hingegen von einer gleichbleibenden Sterblichkeit und damit nur wenigen Veränderungen in der durchschnittlichen Lebenserwartung aus.
Mit der zunehmenden Alterung und der steigenden Lebenserwartung wird auch die Belastung der Sozialsysteme deutlich zunehmen. Nach derzeitigen Schätzungen wird sich auch die Anzahl der Pflegebedürftigen in den kommenden 40 Jahren von heute 2,2 auf dann 4,5 Millionen erhöhen. Noch drastischer wird die Situation, wenn man den Anteil der Pflegebedürftigen in Bezug zur Gesamtbevölkerung nimmt. Dann erhöht sich deren Anteil von heute 2,6 sogar auf sechs Prozent. Die Konsequenzen sind für Bomsdorf klar. "Beitragserhöhungen sind längerfristig unvermeidbar", so der Wissenschaftler. Tatsächlich werden die zukünftigen Belastungen der Sozialsysteme vielfach noch immer unterschätzt. Auch bei den Rentensystemen wird es zusätzliche Belastungen geben. Auch ein späteres Renteneintrittsalter sei nicht ausgeschlossen. Schon heute fahren die Rentenkassen hart am Wind. Nach den am Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialstatistik der Universität zu Köln durchgeführten Berechnungen hat bereits heute eine 65-jährige Frau eine Lebenserwartung von 22,7 Jahren. Ein gleichaltriger Mann hat dagegen eine Lebenserwartung von 18,8 Jahren. Selbst 80-Jährige haben heute noch eine Lebenserwartung von 9,8 (Frauen) bzw. von 8,2 Jahren (Männer), teilte die Kölner Hochschule abschließend mit.

























