24. 05. 2013
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Universität zu Köln: Studie entlarvt Märchen vom privaten Unterschichtenfernsehen
Diesen Sendeanstalten wird vielmehr seit ihrer Einführung Mitte der
achtziger Jahre volksverdummende Programminhalte vorgeworfen. Doch nun
hat eine Studie von Kölner Medienwissenschaftlern gezeigt, dass diese
Aussage zumindest wissenschaftlich nicht nachvollziehbar ist. Wie
falsch die Kritiker kommerzieller Sender damit liegen, zeigt die
aktuelle Studie der Universität zu Köln. Darin haben der Kölner
Medienwissenschaftler Dr. Jörg Hagenah und der Soziologe Prof. Dr.
Heiner Meulemann die Reichweiten der bekanntesten Fernsehsender ARD,
ZDF, RTL, SAT.1 und ProSieben unter die Lupe genommen.
Sie untersuchten
über einen Zeitraum vom 1988 bis 2004 untersucht, welche Sender von
welchen Zuschauern bevorzugt werden. Das Ergebnis: Menschen mit
geringerer Bildung neigen zwar dazu, länger fernzusehen. Dieser
generelle Trend lässt sich über den gesamten Zeitraum beobachten, er
sagt jedoch nicht über die Präferenzen der Zuschauer zu einem
bestimmten Sender aus. Bildung oder Einkommen haben somit keinen
Einfluss auf die Sender-Vorlieben des Publikums.
„Überspitzt ließe sich formulieren: Alle sehen alles, damit alle mit
allen über alles reden können“, erklärt Hagenah. Obwohl es im Zuge der
fortschreitenden Bildungsexpansion immer weniger Hauptschulabsolventen
gibt, bleibt das Sozialprofil öffentlich-rechtlicher wie privater
Sender mehr oder minder konstant, „lediglich ProSieben bewegt sich
tendenziell vom ‚Unterschichtsender’ zum ‚Oberschichtsender’“, führt
der Medienwissenschaftler weiter aus. Die Hypothese, die Nutzung öffentlich-rechtlicher oder privater Sender
hänge mit dem Bildungsniveau in der Gesellschaft zusammen, kann also
nach Ansicht der Wissenschaftler so nicht stimmen.






















