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22. 05. 2012
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Wirtschaftsprüfer: Deutsche Unternehmen noch nicht bereit für E-Bilanz


17.08.2011 13:55 von:

Schlagwörter: Köln,Hamburg,BDI,Studie,E-Bilanz,2011,August,Finanzamt,Finanzministerium,verpfli

Deutsche Unternehmen zeigen sich weiterhin skeptisch mit der Umstellung das so genannte E-Bilanz-Verfahren. Das ergab eine Branchenumfrage der Hamburger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO AG, die am gestrigen Dienstag veröffentlicht wurde. Demnach haben rund drei Viertel der bilanzierenden Unternehmen haben noch nicht mit den Umstellungsmaßnahmen begonnen. Etwa 90 Prozent der Betriebe fühlen sich nur teilweise oder unzureichend durch die Finanzverwaltung informiert und die Hälfte der Unternehmen kann den finanziellen Aufwand der E-Bilanz-Umstellung nicht abschätzen, so nur einige Ergebnisse der nun veröffentlichten Umfrage. Aufgrund des Informationsdefizites können viele Unternehmen gar nicht abschätzen, welchen Zeit- und Personalaufwand die entsprechenden Umstellungsmaßnahmen benötigen und welche Kosten diese verursachen. "In der Summe zeigen die Studienergebnisse, dass das ursprüngliche Ziel einer verpflichtenden Einführung der E-Bilanz zum 01. Januar 2012 insbesondere aufgrund einer defizitären Informationspolitik der Finanzverwaltung nicht mehr haltbar war", kommentierte Sebastian Koch, Partner der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und Leiter der Arbeitsgruppe E-Bilanz.

Im Zusammengang mit der Debatte zur Umstellung der Rechnungs- und Bilanzierungspraxis auf digitale verfahren befürchten die rund 1,37 Millionen bilanzierenden Unternehmen in Deutschland einen erheblichen Mehraufwand. Den aber können sie aber noch nicht genau kalkulieren. Rund drei Viertel der befragten Unternehmen (74 Prozent) haben deshalb noch nicht mit den wichtigen Umstellungsmaßnahmen für die E-Bilanz begonnen. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der BDO AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in Zusammenarbeit mit TNS Emnid, für die 300 E-Bilanz-Verantwortliche nach dem Umsetzungsstand in ihren Unternehmen befragt wurden. Auf das angekündigte finale Schreiben der Finanzverwaltung zu den wesentlichen Umsetzungsinhalten warten die Unternehmen dementsprechend gespannt: 85 Prozent der Befragten erhoffen sich hiervon entscheidende Informationen für die Umstellungsvorbereitungen. 22 Prozent der Studienteilnehmer erwarten einen Gesamtaufwand für die Umstellung von 10.000 Euro bis 50.000 Euro. sieben Prozent der Unternehmer gaben sogar an, mit einem finanziellen Aufwand von mehr als 50.000 Euro zu rechnen. Dabei hatte das Bundesfinanzministerium erst Anfang vergangener Woche (8. August 2011) in Berlin eine Auswertung der Pilotphase zur elektronischen Übermittlung von Daten der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung vor. Auch damals war das Urteil klar. Die deutschen Unternehmen werden wohl noch einige Zeit benötigen, bis die Umstellung auch hier erfolgreich abgeschlossen werden kann. Lediglich 84 Unternehmen hatten sich in der Pilotphase an dem Projekt der Bundesregierung beteiligt, meldete BDO abschließend.

Unter dem Motto "Elektronik statt Papier" wurde mit dem Gesetz zum Abbau der Steuerbürokratie (SteuBAG) bereits Ende 2008 die Einführung der so genannten E-Bilanz beschlossen. Der Gesetzgeber strebt damit eine Optimierung der Arbeitsabläufe zwischen Unternehmen und Verwaltung bzw. eine deutliche Vereinfachung und Effizienzsteigerung auf Seiten der Finanzämter an. Ursprünglich geplant für alle Geschäftsjahre, die nach dem 31. Dezember 2010 beginnen, sollten alle bilanzierenden Unternehmen eine Steuerbilanz sowie eine Gewinn- und Verlustrechnung oder eine Handelsbilanz nebst Überleitungsrechnung standardisiert elektronisch an die Finanzbehörden übersenden. In einem neuen Gesetzentwurf soll diese Frist nun bis 2013 verlängert werden, verpflichtend werden soll die elektronische Datenübermittlung aber erst ab dem Jahr 2014.

Die aktuelle Studie "E-Bilanz Studie: Elektronische Jahresabschlüsse auf Knopfdruck?" finden sie auch unter: www.bdo.de.







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