22. 05. 2012
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10.000 Euro für ein Siegerfoto und eine Premiere in Köln
Die Wochenzeitung "Welt am Sonntag†hat auch in diesem Jahr wieder den Sven-Simon-Preis für das beste Sportfoto des Jahres prämiert. Erstmals gingen die Verantwortlichen aus Verlag und Redaktion dabei auf Tournee, erste Station ist seit dem heutigen Dienstag das Sport- und Olympiamuseum in Köln. Im Beisein von FC-Präsident Wolfgang Overath zeigten die Verantwortlichen der "Welt am Sonntag" sowie der Juryvorsitzende Axel Sven Springer höchstpersönlich aus den zwölf bisherigen Ausgaben des jährlichen Wettbewerbs die bisherigen Preisträgern, neben den ersten auch die jeweils zweiten und dritten Sieger. Nach einer kurzen Begrüßung durch Museumsdirekt Frank Dürr ging es gleich zur Sache. Markus Gilliar (47), Inhaber und Mitbegründer einer Sportfotoagentur in Karlsruhe, hatte neben dem Siegerfoto noch ein anderes Exempel aus seiner visuellen Berichterstattung vom Kap der Guten Hoffnung eingereicht. Nun darf er sich als Gewinner des mit 10.000 Euro dotierten Preises bezeichnen. "Der Preis ist eine Riesen-Auszeichnung für mich", so der Bildjournalist, der seit inzwischen mehr als einem Vierteljahrhundert die sportlichen Höhepunkte der Nationalmannschaft und der Fußball-Bundesliga begleitet. Das Bild zeigt das 4:1 durch den deutschen Shooting-Star.
Ein Bild für die Ewigkeit
"Symbolträchtig" sei das Bild, gab der glückliche Preisträger unumwunden zu. 44 Jahre nach dem "Wembley-Tor" mit einem Torschützenkönig namens Müller und einem historischen 4:1-Sieg schaffte das Team von Joachim Löw in dieser Partie auch die letzten Zweifler in den Reihen der vielen Millionen Fußexperten und potenziellen Teamchefs zu überzeugen. Für den Sportjournalisten Gilliar war das Spiel alleine deshalb so viel wert, weil es so ziemlich alles bot, was eine legendäre Partie aufbieten kann. Tore, Torszenen, Glück und Pech im Minutentakt und ein junges deutsches Team, dass spätestens mit dieser Leistung zu den Top-Favoriten des gesamten Turniers avancierte. Dass es am Ende nur für Platz drei reichte, tat der Beliebtheit von Löw, Fink und Co. keine Abbruch. Und für den Profifotografen, der bei Länderspielen dieser Prominenz mit per Funk synchron geschalteter Hintertor-Kamera arbeitet, war das Spiel ausgesprochen. Rund 2500 Einzelbilder kamen in den 90 Minuten zusammen, davon rund 200, die die strenge Qualitätskontrolle des Agenturinhabers durchliefen und für "brauchbar" erachtet wurden.
Großer Konsens in der Jury
Insgesamt nahmen 13 Juroren, darunter Sportgrößen wie Dirk Nowitzki oder Legenden wie Katarina Witt, Franziska van Almsick, Heike Drechsler, Boris Becker und Franz Beckenbauer an der Abstimmung teil. Zuvor sortierte die Sport-Redaktion unter Leitung von Stefan Fromann auf den rund 5000 Fotovorschlägen zehn Nominierungen aus. Die wiederum wurden nach einem festgelegten Punktesystem von jedem Juror schriftlich bewertet. Eine Terminkoordinierung der vielbeschäftigten Sportprominenz konnte so vermieden werden. Und am Ende zeigte sich zumindest Ressortchef Fromann überrascht. "Wir hatten sehr viele Frauen in der Jury, für die Fußball nicht automatisch die erste Wahl ist", beschrieb der Sportjournalist seine Zweifel Für den Vorsitzenden der Jury, Axel Sven Springer, kam das klare Votum jedoch wenig überraschend. Alleine schon, weil beim 4:1 einmal die virtuelle Torlinie des deutschen Gehäuses verschoben war, wie der Verlagserbe schmunzelnd einwarf. Die Ehre, die Ausstellung zu eröffnen, gebührte dann dem sichtlich entspannten Präsidenten des örtlichen Bundesligisten. Der freute sich über die Wahl des Standorts ganz besonders. "Wenn ich die Zeit finde, werde ich noch mal wiederkommen. Ich hoffe aber, dass auch viele andere sich das anschauen", erklärte der 73-fache Nationalspieler und Fußball-Weltmeister von 1974. Zweiter des Wettbewerb wurde Stefan Thomas mit seinem Motiv "Schlammschlacht", der dritte Preis ging an Matthias Ernst für sein Bild "En Garde".
Der Preis und sein Namensgeber
Der Sven-Simon-Preis für das beste Sportfoto des Jahres wurde im Jahr 1999 erstmals verliehen. Der Name ist dabei das Pseudonym eines hochdekorierten Sportfotografen, der im richtigen Leben Axel Springer jr. hieß und unter anderem auch Chefredakteur der "Welt am Sonntag" war. 1980 starb der Verlegersohn im Alter von nur 38 Jahren. Die von der Wochenzeitung gestiftete Würdigung ist seinem Gedenken gewidmet.
Das Sport- und Olympiamuseum befindet sich direkt am Rheinufer zwischen Schokoladenmuseum und der Unterführung der Severinsbrücke. Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. März dieses Jahres. Es gelten die üblichen Öffnungszeiten. Weitere Informationen zum Museum erhalten sie im Internet unter: www.sportmuseum.de.


























