22. 05. 2012
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EU-Kommissar Spidla mit Hans-Böckler Preis 2009 geehrt
Zum dritten Mal hat die Stadt Köln am heutigen Sonntag den Hans-Böckler-Preis verliehen. Oberbürgermeister Fritz Schramma überreichte den renommierten Preis der Stadt Köln an den amtierenden EU-Kommissar für Arbeit, Soziales und Chancengleichheit, Vladimir Spidla. Der ehemalige tschechische Ministerpräsident gehört seit vier Jahren der EU-Kommission an und hat sich während seiner politischen Karriere in besonderer Art und Weise um die Weiterentwicklung der Europäischen Union und damit Europas verdient gemacht. Während der Zeit als führender Politiker seines Landes wurde die Tschechische Republik als Vollmitglied in die Europäische Union aufgenommen, wie Schramma in seiner Laudatio betonte.
Spidla studierte an der renommierten Karlsuniversität in Prag. Nach Abschluss seines Studiums begann er seine berufliche Karriere zunächst als Arbeiter. "In dieser Zeit machte eine ehrenhafte Person in meinem Land in der Tat keine besondere Karriere", zitierte Schramma eines Ausspruch des Preisträgers. In der Folge schnupperte Spidla in verschiedene Berufe, ohne wirklich Karriere machen zu können. Er jobte dabei unter anderem als Arbeiter in einem Sägewerk, als Kulissenschieber, aber auch Archäologe. Erst mit der samtenen Revolution Ende der 80er Jahre begann die politische Karriere des promovierten Historikers. 1989 wurde er stellvertretender Leiter des Bezirksamtes in Jindrichiv Hradec, zwei Jahre später wurde er dort Direktor des Arbeitsamtes. Seit 1989 ist er zugleich Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Tschechiens. 1996 zog er dann ins tschechische Parlament ein, ein Jahr später wurde er stellvertretender Vorsitzender seiner Partei und 1998 trat er als Arbeitsminister in die Regierung ein. Von 2002 an übte Spidla das Amt des Ministerpräsidenten aus, das er bis zu den Wahlen im Sommer 2004 innehatte. Am 18. November 2004 trat er sein Amt als EU-Kommissar an.
Zu seinen politischen Prinzipien gehörte dabei der Kampf um einen europaweiten Mindestlohn und eine sozial faire Ausgestaltung des Klimaschutzes, die er mithilfe von finanziellen und steuerlichen Anreizen umsetzen wollte. Auch der demografische Wandel gehört zu seinen Spezialgebieten. "Zusammenfassend bin ich sicher, dass Beirat und Kuratorium in Vladimir Spidla einen würdigen Preisträger des Hans-Böckler-Preises der Stadt Köln gefunden haben", erklärte Schramma abschließend. Die Auszeichnung wurde in diesem Jahr von der Glasfachschule Rheinbach angefertigt und durch eine Schülerin der Schule überreicht. Gestiftet hat sie der Deutsche Gewerkschaftsbund DGB. Dessen Vorsitzender Michael Sommer ist zugleich auch Vorsitzender im Kuratorium der Hans-Böckler-Stiftung. Der ehemalige Ehrenbürger der Stadt Köln galt als maßgeblicher Initiator bei der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes im Jahr 1949. Am 13. Oktober jährt sich diese Gründung zum 60. Mal.


























