23. 05. 2012
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Kölner Doktoranden erhalten hohe Auszeichnung
Der Strasburger-Preis der Deutschen Botanischen Gesellschaft geht in diesem Jahr an den Rhein. Hans-Henning Kunz hat die renommierte Auszeichnung für seine Doktorarbeit über den nächtlichen Abbau von Fettsäuren in Pflanzen erhalten, wie die Kölner Universität am heutigen Mittwoch bekannt gab. Kunz war bis 2010 Doktorand bei Professor Ulf-Ingo Flügge vom Botanischen Institut der Universität zu Köln. Der Doktorvater überreichte in seiner Funktion als Präsident der Deutschen Botanischen Gesellschaft den Preis und hielt die Laudatio auf seinen Doktoranden. Der Strasburger-Preis ist mit 2500 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre für eine herausragende Arbeit in den Pflanzenwissenschaften vergeben. Gestiftet wird er vom Spektrum Akademischer Verlag.
In seiner Doktorarbeit kam der Kölner Nachwuchswissenschaftler einer bisher nicht bekannten Stoffwechsel-Strategie auf die Spur. Dabei stellte sich heraus, dass der nächtliche Abbau von Fettsäuren auch für ausgewachsene Pflanzen überlebensnotwendig ist. Bislang war man davon ausgegangen, dass der Fettsäure-Stoffwechsel vor allem für keimende Pflanzen wichtig sei. Der Kölner Forscher wies dabei nach, dass die so genannte â-Oxidation von Fettsäuren eine entscheidende Überlebensstrategie von Pflanzen ist, um die Dunkelheit zu überstehen, wenn die tagsüber durch Photosynthese erzeugte Energie aufgebraucht ist. Dem Menschen nicht unähnlich speichern auch Pflanzen Energie in Fetten, um so Zeiten des Mangels zu überstehen.
Kunz untersuchte dabei Mutanten der Ackerschmalwand (Arabidopsis thaliana), um die Strategie zu entschlüsseln. Diese Mutanten bauen keine Fettsäuren ab, weil sie diese nicht in die dafür zuständigen Zellorganellen, in die sogenannten Peroxisomen, transportieren können. Die Pflanzen starben nach 36 Stunden im Dunklen ab, wobei sich toxisch wirkende á-Linolensäure anhäufte und sich das Gewebe auflöste. Außerdem akkumulierten sie für Zellen giftige Abbauprodukte des Photosynthese-Farbstoffes Chlorophyll. Zur endgültigen Aufklärung der Stoffwechsel-Strategie entwickelte Kunz Doppelmutanten, denen nicht nur Fettsäuren in den Peroxisomen fehlten, sondern auch noch Stärke für die Energiegewinnung im Dunklen. Diese starben bereits nach 16 Stunden ohne Licht ab. So schnell, wie bis dato keine andere Mutante, wie Kunz während seiner nächtlichen Messungen im Labor herausfand. „Durch die Stück für Stück aufeinander aufbauenden Versuche zeigte Kunz zweifelsfrei, dass dieser Fettsäure-Abbau für adulte Pflanzen essentiell ist“, so das Urteil des Doktorvaters und Laudators.


























