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23. 05. 2012
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Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds ist Ort der Ideen


05.06.2010 15:24 von:

Schlagwörter: Köln,Gymnasial- und Stiftungsfonds,Bildung,2010,365 Orte im Land der Ideen,Preis

Nach der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland im Jahr 2006 gibt es die Initiative "Deutschland – Land der Ideen". Unter der Schirmherrschaft des (ehemaligen) Bundespräsidenten Dr. Horst Köhler wurden seit dem drauffolgenden Jahr an jedem Tag Initiativen, Vereine und Organisationen und damit Menschen ausgezeichnet, die eine besonders kreative und nutzbringende Idee in die Tat umgesetzt. Auch in Köln gab es in den vergangenen Jahren bereits mehrere Preisträger, darunter das Wallraf-Richartz-Museum, die Philharmonie, das Gürzenich-Orchester und viele andere mehr. Am heutigen Freitagabend gesellt sich eine weitere Kölner Organisation in den Kreis der Preisträger, der Gymnasial- und Stiftungsfonds. Seit mehr als zwei Jahrhundert verwaltet die gemeinnützige Organisation verschiedene Stiftungen und Fonds mit dem Zweck, junge Menschen bei ihren Bildungsbemühungen finanziell und ideell zu unterstützen. Inzwischen managt die Einrichtung mit Stammsitz am Stadtwaldgürtel im Kölner Vorort Lindenthal das Anlagevermögen von 276 Stiftungen. "Die letzte ist erst im Herbst vergangenen Jahres hinzugekommen", erklärte der Leiter der Kölner Geschäftsstelle des Gymnasial- und Stiftungsfonds, Thomas Erdle. Insgesamt beläuft sich das verwaltete Stiftungsvermögen, das aus landwirtschaftlich genutztem Grund und Boden, vermieteten Immobilien und mehreren Depotkonten bei fünf Geschäftsbanken besteht, auf 130 bis 140 Millionen Euro. Pro Jahr wird rund ein Prozent dieser Summe für Bildungszwecke ausgegeben. Damit werden derzeit rund 400 junge Menschen in Ausbildung, Schule und Hochschulstudium finanziell gefördert.

Drei aktuelle Schwerpunkte zählen die Verantwortlichen zum Kerngeschäft der Organisation. Neben dem Programm "Studienkompass", der angehende Abiturienten ab der 12. Klasse bis zum zweiten Semester des Studium über einen Zeitraum von drei Jahren unterstützt, engagiert sich der Fonds auch beim Übergang Schule / Beruf sowie für benachteiligte Schülerinnen und Schüler in der Hauptschule. Hier setzt die Förderung bereits im sechsten Schuljahr an, entsprechend hoch ist der Anteil von jungen Menschen aus Familien mit Zuwanderungshintergrund. Vier Fünftel der Teilnehmer am Übergangsprogramm Beruf / Schule erhalten nach der Förderung eine konkrete Perspektive, entweder über eine Ausbildung oder einen Job oder durch den anschließenden Besuch einer weiterführenden Schule, so Erdle weiter. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Förderung von Studierenden kurz vor Abschluss ihrer Ausbildung an den Hochschulen. "Das ist der Zeitpunkt, wo fast alle anderen Stipendien auslaufen, die jungen Menschen aber das meiste Geld benötigen", erklärte Erdle den Ansatz dieser Förderungen. Pro Jahr kommen 200 neue Studierende hinzu, die nach einer eineinhalbtägigen Bewerbungsrunde nach drei Kriterien ausgewählt werden. Neben der schulischen und universitären Leistung, der finanziellen "Bedürftigkeit" sowie der "Würdigkeit" der Bewerberinnen und Bewerber, so Erdle weiter. "Das ist bundesweit einzigartig", wirbt der Verantwortliche.

"Der Gymnasial- und Stiftungsfonds bringt beide Seiten zusammen. Diejenigen, die auf der Sonnenseite des Lebens standen und stehen, und die jungen Menschen mit Bedarf", erläuterte Nicolas von Loeper, Leiter des Private Wealth Managements bei der Deutschen Bank in Köln und Mitglied der dortigen Geschäftsleitung. Gerade die beginnende Spardebatte und dabei die Vorschläge des zurückgetretenen hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch haben aus Sicht von Loepers ein "Denken in unserem Land" gezeigt, das zu kritisieren sei. Preiswürdig ist aus Sicht des Bankmanagers dabei nicht alleine die Tatsache, dass junge Menschen mit finanziellen Mitteln gefördert werden, sondern dass sie "sinnvoll und mit anderen Menschen vernetzt werden". Insofern sei die gestrige Preisverleihung auch keine "rückwärtsgewandte Belohnung" sondern eine Würdigung einer Idee mit Zukunft, erklärte der Vertreter des Hauptsponsors dieser Initiative. Und das obwohl die erste Stiftung, die noch heute Fördergelder ausschüttet, im Jahr 1422 gegründet wurde. Einige Stifter, wie zum Beispiel Georgia Friedrich, haben ihr Vermögen unter das Dach der Einrichtung gestellt. Sie hat den mit 3500 Euro dotierten gleichnamigen Stifterpreis bei der gestrigen Abendveranstaltung der jungen Bonner Psychologin Katharina Oerder sogar persönlich überreicht. Die Preisverleihung selbst wie auch die Übergabe der Stipendienurkunden fand ebenfalls am gestrigen Abend in der Kölner Wolkenburg statt. Für 83 angehende Akademikerinnen und Akademiker eröffnen sich damit neue Bildungsperspektiven oder zumindest die Gewähr, dass sie bei ihren Forschungen auf ein großes Netzwerk zurückgreifen können. Das, und das sah auch die Jury des Initiators so, ist allemal preiswürdig.

Weitere Informationen zum Gymnasial- und Stiftungsfonds finden Sie im Internet unter: www.stiftungsfonds.org.

Eine Liste der diesjährigen Preisträger von "365 Orte im Land der Ideen" finden Sie als pdf-Downloads im Internet unter: www.land-der-ideen.de.







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