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23. 05. 2012
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Kölner Polizeipräsident ehrt zehn Kölner Alltagshelden


07.04.2010 20:08 von:

Schlagwörter: Köln,Polizeipräsidium,Ehrung,Urkunde,Lob,Warengutschein,Mut,Augenzeuge,Eingreife

Am heutigen Dienstag sind im vierten Stock des Kölner Polizeipräsidiums Kölnerinnen und Kölner geehrt worden, die in zehn Fällen zur Aufklärung eines Delikts maßgeblich beigetragen haben. Die Polizeibeamten hatten sich die Polizeiberichte der zurückliegenden Monate des Jahres 2009 nochmals zu Gemüte geführt und dabei zehn beispielhafte Fälle herausgesucht. Zur Belohnung gab es eine öffentliche Lobrede, einen kräftigen Händedruck und eine Urkunde aus der Hand des Polizeipräsidenten höchstpersönlich. Als Dankeschön hatte die Landesbehörde noch einen Einkaufsgutschein im Wert von 25 Euro beigelegt. Der jüngste "Alltagsheld" war gerade mal 14, die älteste Retterin bereits im Seniorenalter. "Mutig, beherzt und immer vorbildlich", so umschrieb Steffenhagen das Verhalten jedes Einzelnen in seiner "Guten Tat". Die Bandbreite der durch die Unterstützung aufgeklärten Straftaten reichte von Betrug über Vandalismus, Handtaschenraub bis hin zum so schwer aufzuklärenden bandenmäßigen Wohnungseinbruch. Auch ein verhinderter Selbstmord war unter den Geehrten. Eine 58-jährige Dame, die im Kölner Stadtteil Sülz einen schweren Einbruchsdelikt mit lebensgefährlichen Folgen aufklären half, war allerdings nicht zur Urkundenübergabe gekommen. Das Medieninteresse war groß, ebenso wie die Anerkennung der Gesetzeshüter.

Einer der Geehrten war der 32-jährige Gerd Kaiser. Am 14. Oktober vergangenen Jahres war er eigentlich schon bettfertig, als er am Abend im Umfeld seiner Wohnung in der Wahnheider Straße verdächtigen Lärm vernahm. Er zog sich etwas über und folgte der Spur. Dabei konnte er beobachten, wie drei Jugendliche sich aufmachten, einen Abfallcontainer in Richtung Bahngleise zu schieben. Er folgte der Gruppe und sprach sie an. Als sie von Ihrem Vorhaben abließen und Fersengeld gaben, stellte der Hobby-Sportler den Tatverdächtigen nach. Zwei der drei konnte er schließlich festhalten, der dritte entkam. Damit noch nicht genug: Weil gleichzeitig eine Straßenbahn sich in Richtung Abfallcontainer näherte, zückte der Mann seine Taschenlampe und warnte damit auch noch den Fahrer der Stadtbahn vor dem drohenden Hindernis. Die Bahn hielt rechtzeitig, keiner wurde verletzt. Zwei Jugendliche wurden der Polizei übergeben. "Das war ein Kraftakt, beides hinzubekommen", so die anerkennenden Worte von Steffenhagen. Obwohl die Jugendlichen ihm an Körpergröße nur wenig nachstanden, hielt der 1,90-Meter Mann die beiden fest, bis die Polizei eintraf.

Nicht immer muss man direkt körperlich einschreiten und Hand anlegen. Oft reicht es auch, sich ein paar Fragen zu stellen und misstrauisch zu sein. So erging es den beiden Angestellten der Kölner Kreissparkasse Elisabeth Lanzerath (51) und Marcus Schmitz (31). Eine Seniorin kam am 29. Juli vergangenen Jahres ungewöhnlich aufgeregt in die Schalterhalle der Sparkasse. Ungewöhnlich war auch, dass die ehemalige Bilanzbuchhalterin sämtliche Sparbücher dabei hatte. Nach längerem Zögern habe Kundenberater Schmitz der Kundin schließlich auf den Zahn gefühlt, bis diese mit dem Grund der Finanztransaktion herausrückte. Der vermeintliche Angehörige entpuppte sich als gemeiner Trickbetrüger. Weil die beiden aufmerksamen Bankmitarbeiter schließlich die Polizei einschalteten, konnte ein weiterer Tatverdächtiger einer Bande ausfindig gemacht werden. Die Bande soll im Kölner Raum rund 600 Mal den Versuch dieses besonders dreisten Betrugs unternommen haben. Die Polizei redet in solchen Fällen vom "Falsche-Enkel-Trick". "Besonders erfreulich", lobte Steffenhagen.

Nicht rundherum stolz auf seine Leistung konnte schließlich der 14.jährige Max Probst sein. Zwar hat auch er eine gute Tat geleistet, allerdings auf Kosten der Aufmerksamkeit im Mathematik-Unterricht. Als ihn die Lehrstunde besonders heftig langweilte, schaute er aus dem Fenster auf das Schulgrundstück. Dabei entdeckte er zwei Jugendliche, die gerade über einen Zaun stiegen. Noch im Unterricht schaltete der 14-Jährige und informierte die Lehrerin. Obwohl anfänglich wenig erfreut über die außerplanmäßige Unterrichtspause, schaltete sie schließlich die Polizei ein. Tatsächlich griffen die Polizeibeamten kurze Zeit später im Umfeld der Schule zwei Jugendliche auf. Der ältere der beide war 14, der jüngere zwölf Jahre alt. Die Ermittler bringen die beiden mit zahlreichen anderen Straftaten in Verbindung. Während der Jüngere lediglich einräumte, "Schmiere" gestanden zu haben, war sein älterer Cousin uneinsichtig. Er wurde zwischenzeitlich dem Jugendrichter vorgeführt. Zwar munterte ihn Steffenhagen noch auf, er habe die Mathestunde damit aufgelockert. Allerdings sollte er zukünftig in diesem Fach besser aufpassen, schließlich sind die Untiefen mathematischer Gleichungen, Algebra und Analysis nicht unbedingt sein Lieblingsfach, wie er einräumte. Den Gutschein und das Lob gab es trotzdem.


Eine kleine Bildergalerie von der heutigen Ehrung folgt in Kürze:







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