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23. 05. 2012
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LVR: "Pleite" ist das Wort des Monats August


14.08.2011 07:43 von:

Schlagwörter: Köln,LVR,Landschaftsverband,Rheinland,2011,August,Pleite,Sprachforscher,Volkswir

Das Wort Pleite ist das Wort des Monats August für den Landschaftsverband Rheinland. Damit reagieren die Sprachforscher auf die zunehmende Inflation des Begriffs. Waren es zuvor Unternehmen oder Privatpersonen, die "pleite" gehen konnten, sind es nun ganze Volkswirtschaften. "Soviel Pleiten waren nie", erklärten die Sprachforscher und machten das Wort kurzerhand zum Wort des Monats August im Rheinischen Mitmachwörterbuch des Landschaftsverbands Reinland. Allerdings ist das Wort "Pleite" keine rheinische Schöpfung sondern gehört zur Umgangssprache. Sprachlich ist es eher negativ belegt. In einem großen deutschen Wörterbuch aus den 1950er Jahren wird sogar geraten, dass "der Deutsche es nicht in den Mund nehmen sollte."

Entstanden ist der heutige Begriff Pleite aus dem so genannten Rotwelsch, einer Gaunersprache im deutschen. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Wort in die Umgangssprache eingeführt und somit hoffähig. Die eigentliche Wurzel aber liegt im "Jiddisch". Dort wurde aus dem hebräischen "pĕlĕta" (Flucht, dann Bankrott) die "Pleijte", die dann von den Berliner Ganoven als "Pleite" in ihr Rotwelsch übernommen worden ist. Der "Pleitegeier" hingegen ist eine Metapher und symbolisiert die drohende Gefahr der Zahlungsunfähigkeit. Ein Zusammenhang mit dem so genannten "Kuckuck", der umgangssprachlichen Bezeichnung des öffentlichen Pfandsiegels gebe es nicht. Im Kaufmännischen bezeichnet der "Pleitegeier" sowohl diejenigen, die "Pleite machten", als auch diejenigen, die zu eben diesen Bankrotteuren gingen, um von deren Unglück zu profitieren. Eine marode Bank wäre dann eigentlich ein "Pleitegeier", über dem ein "Pleitegeier" schwebt.

Wenn man "Pleite macht", geht das Geld "flöten". Auch dieses Verb soll auf Umwegen über das Portugiesische aus dem hebräischen "pĕlĕta" entstanden sein. Diese Wortgeschichte ist jedoch eher unwahrscheinlich, denn schon im 16. Jahrhundert hatten norddeutsche Kaufleute Angst, dass ihr Geld "fleuten gaht". Im Niederdeutschen hatte das Wort fleuten eben auch die Bedeutung "verschwinden, durchbrennen". Auch wenn das Wort derzeit in aller Munde ist, zeigt der kurze geschichtliche Abriss, dass der Begriff selbst bereits eine bewegte Vergangenheit hat. Mehr zum Rheinischen Mitmachwörterbuch finden sie im Internet unter: www.mitmachwoerterbuch.lvr.de.







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