23. 05. 2012
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Sechs verdiente Kölnerinnen und Kölner ausgezeichnet
Es war die erste Verleihung von Bundesverdienstkreuzen, die der neue Kölner Oberbürgermeister Jürgen Roters am heutigen Dienstag im Hansasaal des Kölner Rathauses verliehen hat. "Es sind Menschen wie Sie, die Köln ein Gesicht geben. Menschen mit Gestaltungskraft und Kreativität, mit Visionen, die die Mühen der Umsetzung nicht scheuen. Menschen, die wie Sie bleibende Spuren hinterlassen haben", leitete Roters seine Laudatio auf die sechs Preisträger ein. Reinhold Campinge (Köln-Deutz), Werner Hirschler (Köln-Altstadt/Süd), Elio Pulerá (Köln-Worringen), Margret Schneider (Köln-Vingst) und Renate Sokoll (Köln-Weiden) erhalten dabei das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Für Eva Zobel aus Köln-Flittard gab es die Verdienstmedaille des Verdienstordens.
Der Unternehmer Campinge aus Köln-Deutz ist seit Jahrzehnte in der örtlichen Tischlerinnung aktiv. Dort war er in zahlreichen Ehrenämtern aktiv, zuletzt bis 2003 als Mitglied im Vorstand und als stellvertretender Obermeister. Auch in der Kreishandwerkerschaft nahm der Handwerksmeister Ämter wahr, unter anderem bis 2003 im Vorstand. Bis 2005 vertrat Campinge als Mitglied das Tischlerhandwerk in der Vollversammlung der Handwerkskammer Köln. Neben diesem eher beruflich orientierten Engagement ist der Deutzer seit inzwischen über 40 Jahren im Kolping-Werk aktiv. Dabei engagierte er sich noch bis ins Jahr 2006 hinein für den Ausbau und die Erhaltung des Theodor-Hürth-Hauses in seinem Stadtteil ein. 200 Azubis finden dort eine Wohnung. Neben einem eigenen Ausbildungsbetrieb war Campinge auch im Verein Unternehmensstart Köln e.V. aktiv. Zwischen 1983 und 1985 war er Mitglied des Vorstandes, darüber hinaus berät er junge Existenzgründerinnen und –gründer bis heute.
Auch aus dem Handwerk kommt Werner Hirschler, genauer aus dem Sanitärhandwerk. 1990 wurde er an die Spitze der Innung für Sanitär, Heizung und Klimatechnik gewählt. 1999 folgte die Wahl zum Obermeister. Sein besonderer Schwerpunkt lag dabei in der Aus- und Fortbildung, insbesondere die im Bereich Gebäude- und Energietechnik. Zwischen 1999 und 2008 war Hirschler zudem Mitglied im Vorstand des Fachverbandes SHK in NRW, ab 2004 sogar stellvertretender Landesvorsitzender. Für seine Verdienste innerhalb der Innung und des Fachverbandes wurde er bereits mit einigen Auszeichnungen bedacht. Neben diesem Engagement unterstütze er den Verein Alte Meister-Stiftung Köln e.V., der unter anderem Seniorenfahrten organisiert. Auch der "Stadtteil-Treff" ist eine Idee, die er maßgeblich mitentwickelt habe, lobte Roters den Ausgezeichneten.
Elio Pulerá steht für ein gelungenes Beispiel von Integration. Als Gastarbeiter in den 60er Jahren angeworben, arbeitete er zunächst bei der Bayer AG in Dormagen. Schnell engagierte er sich als Mitglied in der Industriegewerkschaft Bergbau, Cheie und Energie (IG BCE). Zwischen 1980 und 1994 vertrat der gebürtige Italiener die Interessen der Arbeitnehmer als Mitglied im Betriebsrat des Unternehmens. Auch nach Ausgliederung der Bayer Faser GmbH blieb Pulerá im Betriebsrat aktiv. Neben der Gründung eines eigenen Vereins (A.C.L.I.) und der Aktivität in seiner Pfarrgemeinde St. Pankratius ist Pulerá seit Jahren als Korrespondent des Italienischen Generalkonsuls im Bereich Hausaufgabenhilfe. 2005 betreute er zudem während des Weltjugendtags in Köln mehrere italienische Pilgergruppen.
Margret Schneider ist die Frau von Wolfgang Schneider, der bereits vor neun Jahren mit dem Bundesverdienstkreuz ausgzeichnet wurde. Auch die gelernte Versicherungskauffrau beteiligte sich an den ehrenamtlichen Aktivitäten ihres Mannes. Dabie verhalfen sie hunderten von Kindern zu einer sinnvollen Freizeitgestaltung im Kölner Stadtteil Vingst. Im Zentrum der Aktivitäten steht dabei der 1974 ins Leben gerufene Verein Kinderspielplatz/Homarstraße / Ecke Kampgasse". Das Kleinod wurde dank des unermüdlichen Engagement zu einem echten Spieleparadies. Daneben organisierte Schneider gemeinsam mit ihrem Mann Freizeitfahrten, Sommerfeste, Karnevalssitzungen und vieles mehr. Nicht zuletzt galt ihre Aufmerksamkeit der Integration von Kindern mit Migrationshintergrund im Viertel. Auch in der örtlichen Kirchengemeinde ist Schneider aktiv. Dazu gehören unter anderem wöchentliche Treffen in Kleingruppen. Auch bei der Organisation von "HöVi-Land", einer Zeltstadt für 500 Kinder und Jugendliche aus dem Viertel, ist sie behlflich.
Renate Sokoll wurde für ihr Engagement zugunsten der Schwerhörigen gewürdigt. Die dreifache Mutter gab aus familiären Gründen ihren Beruf bereits in den 70er Jahren auf. Infolge einer schweren Erkrankung erlitt sie Mitte der 80er Jahre eine schwere Hörschädigung. Aber statt sich ihrem Schicksal hinzugeben, kämpfte Sokoll und setzte sich auch für andere ein, denen ein ähnliches Los zuteil wurde. Seit 1987 ist sie Mitglied im Deutschen Schwerhörigenbund e.V.. Bis zu 160 Mal pro Jahr hilft sie anderen Betroffenen bei der Bewältigung von Problemen. Inzwischen gibt sie Schulungen und Seminare. 2003 war sie an der Gründung des Netzwerks Kölner Behindertenorganisationen beteiligt. Auch in der Stadtarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik war und ist sie aktiv. Bis 2007 saß sie in dem Gremium für die von ihr vertretene Interessengruppe der Hörgeschädigten. Auch Sokoll ist vielfältig in kirchlichen Ämtern aktiv, hier gilt ihr Interesse ebenfalls der Hilfe für behinderte Menschen. Dafür erhielt sie wie die anderen fünf vorgenannten Bürger das Verdienstkreuz am Bande.
Eva Zobel wurde am heutigen Dienstag mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens gewürdigt. Sie ist seit 1984 Mitglied im Verein Lebenshilfe Köln, seit 1987 im Vorstand. Im Jahr 1997 wurde sie zur Vorsitzenden gewählt. Zusammen mit rund 150 Mitarbeitern kümmert sich Zobel um die Belange von Familien mit behinderten Kindern. In ihrer langjährigen Tätigkeit an der Spitze der Kölner Lebenshilfe trug sie mit zahlreichen Initiativen zur Weiterentwicklung der Vereinsarbeit bei. Zwischen 1997 und 2000 nahm sie zusätzlich auch eine Aufgabe im Landesbeirat der Lebenshilfe Nordrhein-Westfalen auf, danach wurde sie in den Landesvorstand gewählt.


























