23. 05. 2012
Seite drucken
Stadt Köln würdigt Vaira Vike Freiberga
Die ehemalige lettische Staatspräsidentin Vaira Vike Freiberga ist am heutigen Sonntagnachmittag mit dem Konrad-Adenauer-Preis der Stadt Köln ausgezeichnet worden. Die ehemalige lettische arbeitet heute als Professorin. Ausgezeichnet wurde sie für ihre Verdienste beim Aufbau der jungen Demokratie in dem EU-Beitrittsland. Als Laudator kam der ehemalige EU-Kommissar Günter Verheugen zur Festlichkeit. Beide – Preisträger und Laudator - dürften sich nach der Preisübergabe in das Goldene Buch der Stadt Köln eintragen. Oberbürgermeister Jürgen Roters begrüßte als Hausherr die hohen Gäste in der Piazetta des Historischen Rathauses.
"Sie haben ihr Heimatland in die Europäische Union geführt. Sie haben mit ihrem Mut, ihrem Engagement und ihrem politischen Gespür dafür Sorge getragen, dass ihr Land die im Jahr 1991 wirksam gewordene Unabhängigkeit von der Sowjetunion weiter verfestigen können", lobte Kölns Stadtoberhaupt die Leistungen der Preisträgerin. Auch die Gabe, unangenehme Wahrheiten auszusprechen und dabei Impulse für die weitere politische Entwicklung zu geben, waren der Ex-Präsidentin eine Art roter Faden. Freiberga entspricht dabei genau den Idealen, die mit dem Konrad-Adenauer-Preis gewürdigt werden sollen.
Vom Flüchtlingskind zur hochgeachteten Staatsfrau
Auch Verheugen schloss sich in seiner Rede dem Vorredner an. Freiberga sei eine Kämpferin für die Gerechtigkeit und die Unterdrückten in Europa. Freiberga wurde in der ehemaligen Sowjetunion geboren und flüchtete mit ihrer Familie bereits im Jahr 1944 noch während des Zweiten Weltkriegs. Es begann eine Odyssee durch das kriegszerstörte Europa, ehe die Familie schließlich in Kanada Fuß fassen konnte. Dort studierte die junge Frau und schaffte bereits im Alter von 28 Jahren ihre Promotion in Psychologie. Die nächsten 33 Jahre absolvierte Freiberga eine akademische Karriere als Professorin an der Universität von Montreal. Erst im Jahr 1999 zog es sie zurück in die Heimat ihrer Vorfahren. Und prompt wurde sie in das höchste politische Amt der jungen Demokratie gewählt. Nach einer Wiederwahl wurde sie im Jahr 2007 von ihrem Nachfolger abgelöst. Nach ihrem Ausscheiden ist Freiberga Vorsitzender der so genannten "Reflexionsgruppe", einer Art "Think Tank" für die weitere Entwicklung der Europäischen Union.
Der Konrad-Adenauer-Preis wurde in diesem Jahr bereits zum vierten Mal verliehen. Der Preis, benannt nach dem berühmtesten Sohn der Stadt, wurde im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Den ersten Preisträger kürten die verantwortlichen zwei Jahre später, der vormalige französische Premier und Vizepräsident der Europäischen Kommission, Raymond Barre. Weitere Preisträger waren der Staatspräsident von Rumänien, Trajan Bâsescu, sowie der vormalige Oberbürgermeister der Stadt Palermo, Prof. Dr. Leoluca Orlando. Der Konrad-Adenauer-Preis wird alle zwei Jahre vergeben.


























