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23. 05. 2012
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Vier Kölner für Verdienste belohnt


22.02.2010 13:27 von:

Schlagwörter: Köln,Verdienstkreuz,Verdienstmedaille,Ehrenamt,Auszeichnung,Bundesrepublik,Oberb

"Ohne innere Wärme ist nichts Großes noch Schönes im Leben vollbracht worden”, zitierte Oberbürgermeister Jürgen Roters zu Beginn seiner Rede den Musikkritiker Eduard Hanslick. Tatsächlich hatten die vier Geehrten, die am heutigen Tage die höchsten Auszeichnungen der Bundesrepublik in Empfang nehmen dürften, seit Jahrzehnten im wahrsten Sinne des Wortes "Großes" und "Schönes" vollbracht. Wilhelm Frohn, Ursula Hoffmann (beide erhielten die Verdienstmedaille) sowie Dr. Joachim Maria Plotzek und Beate Welbers hießen die Gewürdigten, die ihr ehrenamtliches Engagement bereits seit Jahrzehnten eher im Stillen und Verborgenen betrieben.

Plotzek, langjähriger Direktor des Erzbischöflichen Diözesanmuseums am Roncalliplatz (seit 1990) war beispielsweise bis zu seiner Pensionierung im Jahr 2008 maßgeblich an der Weiterentwicklung der kirchlichen Kultureinrichtung beteiligt. Damit nahm er auch einen wichtigen Anteil an der Entstehung des neuen Kolumbamuseums, das im Jahr 2007 seine Pforten öffnete und damit nicht nur in Köln für Aufsehen sorgte. Ein "Museum der Nachdenklichkeit" ist dabei herausgekommen, wie Roters lobte. Auch neben seinem Hauptberuf gehörte die Kunst- und Kulturförderung zu den Arbeitsschwerpunkten Plotzeks. Als "Motor und Moderator" habe er sich damit weiter über seinen Beruf hinaus große Verdienste erworben, so der Oberbürgermeister in seiner Rede. Genau wie er erhielt auch Welbers das Verdienstkreuz am Bande. Die Mutter zweier Kinder wirkte vor allem im sozialen Bereich, unter anderem als eine der Initiatoren der Lebensmitteltafeln. Nach der ersten Idee im Jahr 1993 gründete sie gemeinsam mit dem pensionierten Pfarrer Landgrebe den Verein Kölner Tafel e.V.. Welbers wurde erste Vorsitzende des Vereins und blieb es über zwölf Jahre. Die notwendigen Erweiterungen ihres einmal begonnenen Engagements begleitete die Gewürdigte mit großem Einsatz und "unermüdlichem Engagement". Inzwischen beschäftigt der Verein rund 50 Ehrenamtler, die pro Tag im Durchschnitt rund 4500 Bedürftige in Köln mit Lebensmitteln versorgen. Beliefert werden dabei rund 160 Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet. Auch nach ihrem Ausscheiden als Vereinsvorsitzende blieb Welbers der Idee als Gründungsmitglied der Stiftung erhalten. Das mache sie zur "Symbolfigur des ehrenamtlichen Engagements" in der Domstadt, so Roters weiter.

Die beiden Verdienstmedaillen sind ebenfalls Ausdruck höchster Wertschätzung für jahrzehntelange ehrenamtliche Arbeit. Ursula Hoffmann beispielsweise arbeitet seit inzwischen rund zwei Jahrzehnten in ihrer Kirchengemeinde (Sr. Joseph und Remigius) in Köln-Rodenkirchen an der Einrichtung und Organisation eines Mittagstisches für Obdachlose mit. Neben der Koordinierung der Spenden ist sie auch in der Akquise neuer Sponsoren aktiv und erfolgreich. Auch sonst ist die gläubige Katholikin für ihre Gemeinde eine wichtige Hilfe, sei es als Lektorin in Gottesdiensten oder als Mitglied im Pfarrgemeinderat. Seit 1998 unterstützt sie überdies als Leiterin der kirchlichen Begleitung die Seniorinnen und Senioren im Caritas-Altenzentrum St. Maternus. Seit den 90er Jahren ist Hoffmann außerdem Mitglied in der katholischen Frauengemeinschaft Deutschland "kfd", 2004 wurde sie Schriftführerin im Rodenkirchener kfd-Vorstand. Wilhelm Frohn erhielt ebenfalls den Verdienstorden für seinen Einsatz im Verein "Hilfe für Tschernobyl geschädigte Kinder e.V.. Ziel des 1993 gegründeten Vereins ist die Unterstützung der weißrussischen Stadt Mogilew. Frohn fungierte zwischen 1997 und 2005 als ehrenamtlicher Pressesprecher des Vereins. Seit rund einem Jahr ist er der erste Vorsitzende. Seit 1996 begleitete er rund 20 Hilfstransporte nach Mogilew, bevor ihn gesundheitliche Gründe dazu zwangen, von diesen Strapazen Abstand zu nehmen. 2004 sammelte er bei einer Radtour von Erftstadt, dem Sitz des Vereins, über 2300 Kilometer nach Mogilew insgesamt 13.000 Euro für eine Herzoperation. "Wir brauchen Menschen, die die Initiative ergreifen. Wir brauchen Menschen, die aktiv unsere Gesellschaft gestalten", kommentierte Oberbürgermeister Roters die Auszeichnung abschließend. Es wird nicht die letzte Ordensverleihung in diesem Jahr sein.







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