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23. 05. 2012
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Wilfried Wiltschek gewinnt die "Nase des Monats"


28.02.2011 23:08 von:

Schlagwörter: Köln,Nase des Monats,Ehrenamt,2011,Februar,Wilfried Wiltschek,Kölle Alaaf,Physio

Am heutigen Montag wurde Wilfried Wiltschek (49) mit der "Nase des Monats" ausgezeichnet. Der inzwischen zum zwölften Mal ausgelobte Preis wurde zuvor von einer elfköpfigen Jury gewählt, "einstimmig", wie Juror Horst Müller bei der heutigen Preisverleihung erläuterte. "Der Preisträger ist ein Ehrenamtler par excellence", ergänzte Dr. Joachim Wüst weiter. Der ausgebildete Physiotherapeut kam erst im Alter von 30 Jahren dazu, den Karneval ins Herz zu schließen. Vorher ist er lieber in den Skiurlaub gefahren, wie er freimütig einräumte. Aber dann lernte er seine spätere Frau, das damalige Tanzmariechen Claudia Strauch (heute Wiltschek) kennen und lieben und 1993 entbrannte seine Liebe zum Karneval. Zunächst stieg er als Tänzer ein, bis 2002 war er den "Heiligen Knäachte und Mägde" verbunden, unter anderem vier Jahre als Tanzgruppenleiter. Seither ist er ein vielbeschäftigter, wenn auch ehrenamtlicher Helfer in der Not. Zunächst nur ein bis vier mal pro Woche steigerte sich das Pensum seiner ehrenamtliche Tätigkeit auf bis zu 400 Einsätze pro Session.

Bescheidenheit gehört zum Ehrenamt dazu

Trotz des bisweilen hohen Arbeitspensums einer Session und des nicht unerheblichen Einsatzes für die Tänzerinnen und Tänzer, die des Öfteren mal "getapt" werden müssen, übte sich der Preisträger auf der heutigen Ehrung in Bescheidenheit. "Ich habe bei all dem nie eine Gegenleistung erwartet. Ohne Herzblut geht es nicht", räumte der Preisträger ein. Als selbständiger Physiotherapeut versucht der "Heilhänder" (so der Name seiner Web- und Mailadresse) nicht selten, den ehrenamtlichen Tanzgruppen die Session zu retten. Nicht selten ist das auch gelungen. Legendär war der von ihm maßgeblich begleitete Heilungsprozess des damaligen Tanzmariechens Andrea Erhardt von der Bürgergarde Blau-Gold. Trotz schwerer Fußverletzung und der Befürchtung, die Tänzerin könnte längere Zeit ausfallen, schaffte es Wiltschek mit dem unbändigen Willen der Verletzten, innerhalb von zwei Wochen die Verletzung auszukurieren. Nicht wenige Insider sprechen auch heute noch von einem "Wunder".

Doch selbst davon will der 49-jährige nichts wissen. "Es gibt auch für mich grenzen, wo wir Tänzerinnen und Tänzer zum Arzt schicken müssen", räumt der Physiotherapeut ein. Dass er häufiger auch in fahrenden Bussen zwischen zwei Auftritten den jungen Mitgliedern einer Tanzgruppe die medizinische Erstversorgung verpasst und anschließend mit einem Taxi – natürlich auf eigene Kosten – wieder zum Ausgangspunkt zurückfährt, wird eher beiläufig erwähnt und als Selbstverständlichkeit bezeichnet. Dass nach zehn bis zwölf Stunden Tanzen so mancher Fuß auch mal unangenehm riechen kann, will er auch nicht verschweigen. Aber das nimmt man in Kauf, wenn man sein Herz an den Karneval vergeben hat. Das nötigt nicht nur den Respekt und die Anerkennung seiner Patientinnen und Patienten während der Session ab. Es nötigt auch den Offiziellen von Kölle Alaaf und der Jury aus Karnevalisten die höchste Anerkennung ab. "Viele schenken ihm das Vertrauen", weiß Jury-Mitglied Horst Müller. Und der eine oder andere erinnert sich nach der Session an die helfenden und heilenden Hände von Wiltschek und kommt als zahlender Kunde in seine Praxis. Dass er dafür pro Saison bis zu 3000 Euro aus eigener Tasche vorstreckt – Taxifahren, Verbandsmaterial – soll nicht unerwähnt bleiben. Für den "Physio mit Hätz" ist das Ehrensache.</p< <p> Der Preis "Nase des Monats" wurde von Kölner Karnevalisten – unter anderem Guido Cantz, Horst Müller und alaaf.de-Erfinder Hubert Koch ins Leben gerufen. Preisgeber ist der bekannte Illustrator Dirk "Rollo" Jochmann, der die Karikaturen für die Preisträger individuell gestaltet. Damit ist der Preis inzwischen ein fest etablierten "Zeichen der Anerkennung" für all diejenigen, die sich in besonderer Art und Weise und ohne Bezahlung für die Brauchtumspflege verdient gemacht haben.

Weitere Informationen zum Preis finden sie auf der Internetseite: www.nase-des.monats.de.







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