23. 05. 2012
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ZMI als "Ort im Land der Ideen" gewürdigt
Am heutigen Montag musste Besucherinnen und Besucher der Kölner Bezirksregierung einen Umweg in Kauf, wenn sie in das Gebäude an der Zeughausstraße gehen wollten. Der Haupteingang war geschlossen, Grund dafür war eine Feier im Eingangsbereich der Kölner Landesmittelbehörde. Die Initiative "365 Orte im Land der Ideen" und die Deutsche Bank Stiftung überreichten die Auszeichnung als ausgewählter Ort der Innovation an die Projektträger und ihre leitenden Mitarbeiter. Das Zentrum für Mehrsprachigkeit und Integration (ZMI) gehört dabei zu den 365 ausgezeichneten Projekten, Initiativen und Innovationen, die sich im Wettbewerb unter insgesamt mehr als 2600 eingereichten Beiträgen durchsetzen konnten. Eine 20-köpfige Jury hatte das Konzept des "Zentrums", das eigentlich mehr eine Forschungs- und Praxisverbund ist, für überzeugend und innovativ befunden. Am heutigen Montag wurde der Pokal offiziell an die Beteiligten vergeben. Sogar Landesschulministerin Sylvia Löhrmann kam nach Köln, um der Zeremonie beizuwohnen.
Späte Ehrung für einen der vielen Kölner "Leuchttürme"
"Ein tolles Projekt, das ganz praktisch mehr Teilhabe und Chancengerechtigkeit für alle Kinder und Jugendlichen fördert und Integration im Regierungsbezirk erfolgreich gestaltet", freute sich Regierungspräsidentin Gisela Walsken über die Auszeichnung in einer Presseveröffentlichung. Die Leiterin der Mittelbehörde konnte allerdings erst später zur Feierrunde dazustoßen, da sie zugleich auf der parallel stattfindenden Verabschiedung des scheidenden Kölner Polizeipräsidenten Klaus Steffenhagen zugegen war. Aber auch die anderen Projektbeteiligten hatten - voll des Dankes und nicht ohne Stolz - in den ersten Stuhlreiten Platz genommen. Das Zentrum setzt sich dabei aus Universität (Philosophische Fakultät – Institut für deutsche Sprache), Stadt Köln (Schulverwaltungsamt) und der in der Bezirksregierung ansässigen Schulaufsicht zusammen. Ziel ist es, über Projekte die Sprachförderung für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene mit Zuwanderungshintergrund oder sozialer Benachteiligung, die Integration dieser Menschen in die deutsche Gesellschaft und deren ersten Arbeitsmarkt zu verbessern.
Die Palette der inzwischen 44 Projekte, die unter dem Dach des ZMI laufen, reicht dabei über die gesamte Bildungskette. "Eigentlich haben wir es immer schon gewusst, aber gut, wenn wir es jetzt Schwarz auf Weiß haben", freute sich Kölns Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes. Besonders das Credo "gemeinsame Lösungen ohne Zuständigkeitsgerangel" sei ein wichtiger Aspekt in der täglichen Arbeit des ZMI. Schließlich repräsentiere das ZMI das Innovationspotenzial derjenigen, die alleine durch sprachliche Mängel von einer gleichberechtigten Teilhabe ausgeschlossen sind. "Das Zentrum will Mehrsprachigkeit eine starke Stimme geben", betonte die Bürgermeisterin. Auch Universitätsrektor Prof. Axel Freimuth, der nur wenige Stunden zuvor Richtfest feiern dürfte, war der Anlass ein willkommener.
Für die Hochschule bedeutet die Zusammenarbeit neben neuen, wissenschaftlichen Erkenntnissen vor allem eine "Verzahnung" mit der Lehrerausbildung. Davon gibt es derzeit alleine in Köln rund 9500, wie der Hochschulrektor erläuterte. Und deren Ausbildung war lange Zeit eher praxisfern organisiert. Das soll sich ändern, indem "individuelle Befürfnisse in die Lehrerausbildung" einfließen und so "neue, berufsorientierte Angebote" in die Lehre einzubauen. "Köln wird weiter Akzente setzen", deutete Freimuth an. Juliana von Trotta, Projektmanagerin des Initiators, und Anne-Catrin Siciliani, Repräsentantin der Deutsche Bank Stiftung, freuten sich ebenfalls über den Ansatz des heutigen Preisträgers. Schließlich haben beide selbst von ihrer mehrsprachigen Erziehung profitiert, wie sie anlässlich der Eröffnung einräumten. Selbst der Termin der Preisverleihung war gut gewählt. Am heutigen Montag ist "Tag der Mehrsprachigkeit".


























