23. 05. 2012
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Zwei Kölner Beiträge gewinnen Auszeichnung
Am gestrigen Montagmittag wurde es voll im Historischen Rathaus der Stadt Köln. Grund für die mehr 200 Gäste war die Preisverleihung des Wettbewerbs "Aktiv für Demokratie und Toleranz 2010". Bundesweit wurden in dieser Ausgabe 80 Beiträge als förderwürdig ausgewählt. Die Geldpreise liegen zwischen 2000 und 5000 Euro. Zur gestrigen Preisverleihung kam neben dem Geschäftsführer des Bündnisses für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) Dr. Gregor Rosenthal auch die Bundestagsabgeordnete Gabriele Fograscher nach Köln, um die neun Preisträger aus NRW öffentlich zu würdigen. Kölner Projekte wurden dabei sogar zwei ausgezeichnet. Damit war die Millionenstadt im bevölkerungsreichsten Bundesland zusammen mit Bochum, die auch auf zwei Preisträger kamen, führend im Kampf für das, was eine Gesellschaft zusammenhält und so gerne als sozialer Friede bezeichnet wird.
Die Kölner Sieger
Mit der Christlich-Islamischen Gesellschaft CIG und ihrer Notfallseelsorge und dem Projekt "Mülheim bolzt für den Respekt" haben gleich zwei Kölner Beiträge einen Preis gewonnen. Die Notfallseelsorge der CIG für Musliminnen und Muslime ist dabei ein übergreifendes Modell. Ziel ist dabei die Ausbildung von Notfallseelsorgern für die Zielgruppe. Seit dem Jahr 2006 läuft die Zusammenarbeit mit dem Landespfarramt für Notfallseelsorge der Evangelischen Kirche im Rheinland. In den vergangenen beiden Jahren wurden 40 Frauen und Männer muslimischen Glaubens zu Notfallseelsorgern ausgebildet. Die Qualifizierung erstreckte sich über sechs Tagesseminare, bei den Unterrichtsinhalten wurde besonders auf die theologischen Anforderungen Wert gelegt, wie die Verantwortlichen ausführten. Dafür gab es ein Preisgeld in Höhe von 5000 Euro.
4000 Euro erhielt die EqualNet Beratung SAL und der Don Bosco Club e.V. Köln für das Projekt "Mülheim bolzt für Respekt". Das integrative Sport- und Freizeitprojekt entstand aus der Keimzelle "Köln Kickt", einem Projekt der offenen Jugendarbeit, das in einer Art Straßenliga Jugendliche über den Sport von Gewalt und Straftaten abhalten wollen. Besonderen Charme erhält das Projekt dadurch, dass es von vier Kölner Jugendlichen mit Migrationshintergrund gegründet wurde, mithin einen "bottom-up-Ansatz" repräsentiert. Mit ihrem niedrigschwelligen Fußballprojekt verbunden war zugleich auch eine reguläre Schiedsrichterausbildung. "Bei den damaligen Straßenturnieren stand Respekt nicht gerade oben auf der Tagesordnung", berichtete einer der Jugendlichen. "Das Projekt ist soziale Stadtentwicklung vom Feinsten. Wir wollen nun als Vorbildprojekt in die Fläche gehen", kündigte eine Verantwortliche der Projektinitiatoren an. Für einen der Jugendlichen hat das Projekt inzwischen sogar eine politische Komponente. Er sitzt seit der vergangenen Woche im Jugendbeirat der Bundesregierung, einem informellen Gremium, dass dem Bundesfamilienministerium beratend zu Seite steht.


























