23. 05. 2012
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Zweiter Jahrgang des "trialen" Studiengangs gewürdigt
Im vergangenen Jahr startete der erste Studiengang der integrierten "trialen†Ausbildung zur Fach- und Führungskraft im Handwerk in Köln. Schon der zweite Jahrgang und mit ihm seine maßgeblichen Beteiligten dürfte sich am gestrigen Montag über eine Auszeichnung freuen. Das "triale Studium" ist zum ausgewählten Ort im Land der Ideen ausgezeichnet worden. Die Initiative zeichnet seit dem Jahr des deutschen Sommermärchens (Fußball-Weltmeisterschaft 2006) unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten innovative Ideen und Konzepte aus verschiedenen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens aus. Nicht bei allen preiswürdigen Beiträgen ist der Bezug zur Wirtschaft so direkt und unmittelbar wie in diesem Fall. Denn die Kritik, dass in Deutschland gerade akademische Abschlüsse im internationalen Vergleich deutlich länger dauern als anderswo, haben sich die Initiatoren dieser Initiative zu Herzen genommen.
Aber nicht nur der große gesellschaftspolitische Rahmen bestimmt das Handeln, vielmehr ist das Modell einer integrierten Ausbildung zur Führungs- und Fachkraft im Handwerk bislang ein ausgesprochen schwieriges und vor allem langwieriges Unterfangen gewesen. Durch die Zusammenlegung von dualer Berufsausbildung, Meisterbrief und Bachelor-Studium im Fach Handwerksmanagement soll die Ausbildungszeit für den künftigen Führungsnachwuchs von derzeit mindestens siebeneinhalb auf nunmehr viereinhalb Jahre reduziert werden. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Dr. Ortwin Weltrich, machte auf die schwierige Frage der Unternehmensnachfolge aufmerksam. "Pro Jahr fallen in Deutschland insgesamt rund 71.000 Unternehmensübergaben an, 8,3 Prozent der Unternehmen werden stillgelegt. Es ist höchst bedauerlich, wenn es nicht funktioniert", kommentierte Weltrich Schätzungen des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM).
Auch im realen Betrieb scheint die Zusammenlegung der unterschiedlichen Ausbildungsgänge zu funktionieren, wie der Kammerverantwortliche berichtete. Das allerdings erfordere einen verstärkten Einsatz derjenigen, die sich für diese Ausbildung entschieden haben. 18 neue Studierende erhielten am gestrigen Montag ihre Bescheinigungen in einer kleinen, kombinierten Feierstunde im vierten Stock der Handwerkskammer am Heumarkt. "Sie stellen damit die Zukunftstauglichkeit sicher. Gut ausgebildete Fachkräfte sind ein überragend wichtiger Faktor für eine erfolgreiche Unternehmung", ergänzte Kölns Bürgermeister Hans-Werner Bartsch. Die Kombination von dualer Berufsausbildung, Meistervorbereitung und Bachelor-Studium sei eine "ambitionierte Idee", meinte auch Prof. Volker Ochs von der Fachhochschule für den Mittelstand mit Sitz in Bielefeld. Als Leiter der Kölner Niederlassung kommt dem Hochschullehrer die Aufgabe des Studienleiters zu. Nicht zuletzt wolle man damit auch die Attraktivität des Handwerks erhöhen. Das scheint auch dringend notwendig, denn derzeit haben mehr als die Hälfte der Auszubildenden einen Hauptschulabschluss (57 Prozent), lediglich sieben Prozent haben die Schule mit dem Abitur abgeschlossen, ehe sie beim Handwerk begannen.


























