23. 05. 2012
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10.000 Kinder und Jugendliche in Köln drogenabhängig
(ehu) Die erfreuliche Nachricht kam vor einigen Wochen: Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mindestens einmal in der Woche Alkohol konsumieren, ist in den letzten Jahren ständig gesunken. Doch immer noch säuft sich jedes zehnte Mädchen unter 18 Jahren mindestens einmal im Monat einen Rausch an, bei den Jungen ist es sogar jeder zehnte. Bei den Jugendlichen bis 25 Jahren sind es sogar 26 bzw. 50 Prozent. In Köln sollen 10.000 Kinder und Jugendliche Drogenprobleme haben.
Grund genug, die Präventionsarbeit verstärkt fortzusetzen. Dabei soll in Nordrhein-Westfalen das Modellprojekt "GigA" (Gemeinsam initiativ gegen Alkoholmissbrauch bei Kindern und Jugendlichen) helfen. Neben Bielefeld, Soest, Bornheim und den Kreisen Höxter und Heinsberg nimmt Köln daran teil.
Köln hat eine lange Tradition bei der Präventionsarbeit
Ziel ist es, unter wissenschaftlicher Begleitung bestehende oder neue Projekte zu vernetzen, damit sie ihre Ressourcen besser nutzen können. Dabei wurde Köln als "positives Beispiel" ausgesucht. Denn hier klappt die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen – Jugendamt, Polizei, Sozialdienst Katholischer Frauen (SKF), Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) und Drogenhilfe Köln – schon seit langem. Außerdem hat Präventionsarbeit Tradition, die Aktion "Keine Kurzen für Kurze" läuft schon seit 12 Jahren, und das nicht nur zur Karnevalszeit.
Das ist nicht überall so. In anderen Städten wird oft gegen- oder nebeneinander gearbeitet, erscheinen zum Beispiel von unterschiedlichen Institutionen ähnliche Aufklärungsbroschüren. Um dies zu ändern, wurde GigA ins Leben gerufen. Doch auch in Köln erhofft man sich weitere Verbesserungen. So sagte Thomas Hambüchen bei der Vorstellung von GigA am Dienstag: "Wenn wir unsere knappen personellen und finanziellen Ressourcen anschließend besser nutzen können, ist das wünschenswert. Der Blick von außen kann dabei helfen."
Kölsch-Brauereien sollen Kampf gegen Alkoholmissbrauch unterstützen
Außerdem sieht er noch weitere Arbeitsfelder. So stört ihn etwa gerade während der Karnevalszeit die reichliche Bierreklame auch Kölner Brauereien auf den Plakatwänden. "Es wäre doch gut, wenn die, die den Alkoholmissbrauch anrichten, es dann auch finanziell ausbaden", deutete er eine Möglichkeit an, mehr Geld für die Präventionsarbeit zu bekommen. Außerdem sieht er in den Schulen noch großen Nachholbedarf an Aufklärungsarbeit über Alkoholmissbrauch und seine Folgen.
Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes stimmte dem zu. So seien dieses Jahr Weiberfastnacht auffallend viele Jugendliche aus Kölner Nachbargemeinden betrunken aufgefallen. Dort gebe es anscheinend keine Köln vergleichbare Präventionsarbeit. Mit zwei Kölner Gymnasien ist sie im Gespräch, damit dort künftig Schulfeten ohne alkoholische getränke gefeiert werden.
312.000 Euro Fördergelder in drei Jahren
Organisiert wird GigA von der Landeskoordinierungsstelle Suchtvorbeugung (ginko). Der Landschaftsverband Rheinland (LVR) steuert seine Erfahrung bei der betrieblichen Organisation und den damit verbundenen Prüf- und Qualitätskriterien bei. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA) schließlich gibt das Geld: insgesamt 312.000 Euro in drei Jahren für die sechs Teilnehmer. Die Erfahrungen sollen dann bundesweit genutzt werden.

























