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23. 05. 2012
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47. Kongress der DGRh in Köln


23.09.2009 18:03 von:

Schlagwörter: Köln,Kölnmesse,Rheumatologie,Kongress,Kongresszentrum,2009,Ärzte,Medizin,Rheuma

Rheuma ist längst keine Krankheit, die nur bei älteren Menschen auftritt. Selbst Kinder sind bereits von krankhaften Veränderungen der Gelenke betroffen. In Köln begann am heutigen Mittwoch der 37. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie DGRh. Mehr als 2000 Ärzte und Wissenschaftler diskutieren bis zum kommenden Samstag über neue Therapiemethoden und wissenschaftliche Erkenntnisse dieser Volkskrankheit. Erstmals gestalten alle wissenschaftlichen rheumatologischen Fachgesellschaften das Programm des Kongresses gemeinsam: die DGRh, die Assoziation für Orthopädische Rheumatologie (ARO) und die Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR). Partnerland des Kongresses ist in diesem Jahr die Türkei. Ein Patiententag ermöglicht es Betroffenen und Interessierten, sich aus erster Hand zu informieren.

Die aus Köln stammende Präsidentin der DGRh, Dr. Andrea Rubbert-Roth, betonte die Wirksamkeit neuer Therapieansätze. Insbesondere die Erkenntnisse der Genforschung, aber auch ein gesunder Lebensstil haben einen großen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. "Angesichts immer besserer therapeutischer Möglichkeiten steckt sich die moderne Rheumatologie auch immer höhere Ziele für ihre Patienten", erklärte Rubbert-Roth. Eine rechtzeitige Therapie ermöglicht den Erkrankten auch weiterhin eine schmerzfreie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. An der entzündlichen Form des Rheumas sind in Deutschland nach Schätzungen der Gesellschaft rund 1,5 Millionen Menschen erkrankt. Das sind deutlich mehr als die Zahl derer, die an der verschleißbedingten Form des Rheumas erkrankt sind. "Diese breite Betroffenheit in der Bevölkerung verdeutlicht das immense Gewicht von Rheuma für das System und damit für uns alle", betonte der Aachener Medizinorofessor Ekkehard Genth, Generalsekretär der DGRh. Deshalb wende sich die DGRh mit dem Kongress nicht nur an Ärzte und Wissenschaftler und beziehe aktiv Patienten ein, sondern appelliere auch an Politik und Gesundheitswesen: "Millionen zum Teil schwer kranker Menschen bedürfen einer umfassenden und angemessenen Versorgung", so Genth. Deshalb fordert die DGRh, dass sich die Zahl der heute praktizierenden 630 internistischen Rheumatologen mindestens verdoppelt.

Die ärztliche Versorgung und damit eine flächendeckende und angemessene Behandlung der Erkrankten seien in Gefahr, weil die Spezialisten fehlen, argumentiert der Verband. Der Kongress wolle aber auch den interdisziplinären fachlichen Austausch mit anderen Medizinarten. "Wir sind davon überzeugt, mit dieser interdisziplinären Herangehensweise einen erheblichen zusätzlichen Erkenntnisgewinn für jeden einzelnen Teilnehmer und damit für die Patienten zu erreichen", ist sich Kongresspräsidenten Rubbert-Roth sicher. Einen weiteren thematischen Schwerpunkt bilden seltene Formen von Rheuma wie etwa Morbus Behçet - ein Leiden, das vor allem Menschen im östlichen Mittelmeerraum betrifft. Genaue Ursachen dieser mitunter tödlich verlaufenden entzündlich-rheumatischen Gefäßerkrankung sind bislang unklar. Neue Ansätze für eine bessere Behandlung versprechen sich die Veranstalter deshalb vom Austausch mit Medizinern aus dem Kongress-Partnerland Türkei. Von etwa 1,7 Millionen Türken in Deutschland leben etwa 65 000 in Köln. Insgesamt werden rund 430 Referenten über die verschiedene Aspekte, Formen und Therapieansätze der Krankheit reden. Mehr als 300 Vorträge, Symposien und Plenarsitzungen sollen dies gewährleisten. Außerdem bietet der Kongress auch Fortbildungen für niedergelassene Ärzte. Am letzten Kongresstag wird überdies zwischen 10 und 14:30 Uhr eine Industrieausstellung mit 48 Ausstellern abgehalten. 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche stehen dafür bereit.

Unter dem Begriff Rheuma fassen Experten mehr als 100 verschiedene entzündliche Erkrankungen des Bewegungsapparates zusammen. Auch die verschleißbedingten Krankheiten wie Arthrose zählen zum sog. "rheumatischen Formenkreis". Menschen jeden Alters sind von diesem oft schweren, schmerzhaften und vielgestaltigen Leiden betroffen: Durchschnittlich dauert es 13 Monate bis Betroffene mit einer rheumatoiden Arthritis zu einem Rheumatologen gelangen und dort Hilfe finden, teilten die Organisatoren abschließend mit.







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