23. 05. 2012
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92 Millionen Spenden für den Kampf gegen den Krebs
Trotz der zurückliegenden Wirtschaftskrise zogen die Verantwortlichen an der Spitze der Deutschen Krebshilfe ein zufriedenstellendes Fazit für das zurückliegende Jahr 2009. Am heutigen Donnerstag stellte die gemeinnützige Organisation mit Hauptsitz in Bonn in der Bundeshauptstadt Berlin ihren Geschäftsbericht vor. Rund 92 Millionen Euro an Spenden erhielt die Organisation, etwas weniger als im Jahr zuvor. Trotzdem zeigte sich der Vorstand mit dem Erreichten zufrieden. "Unsere kontinuierlich hohen Spenden zeigen, wie viel Vertrauen die Menschen in die Arbeit der Deutschen Krebshilfe haben - unser Engagement zur Verbesserung der Versorgung krebskranker Menschen wird wahrgenommen und anerkannt", erklärte Hans-Peter Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe. Eine wichtige Figur in der Führungsmannschaft trat jedoch von seinem Amt zurück. Der amtierende Präsident der Organisation und Nobelpreisträger Professor Dr. Harald zur Hausen will sich zukünftig wieder verstärkt seiner Forschungstätigkeit widmen.
Die Spendengelder sind gut angelegt. So hat die Deutsche Krebshilfe mit den ihr anvertrauten Zuwendungen aus der Bevölkerung im vergangenen Jahr 169 neue Projekte auf allen Gebieten der Krebsbekämpfung unterstützt. "Wir haben unmittelbare Hilfe für Krebs-Patienten und ihre Angehörigen geleistet, zahlreiche Forschungsprojekte gefördert und die Bevölkerung umfassend über die Krankheit Krebs und die Möglichkeiten der Prävention und Früherkennung informiert", so Krämer weiter. Zudem habe die Organisation den Betroffenen politisches Gehör verschafft und der Bedeutung von Krebs-Selbsthilfe, Patientenvertretung sowie Patientenorientierung Rechnung getragen. Zu den von der Deutschen Krebshilfe geförderten Forschungsprojekten gehörte beispielsweise das Verbundprojekt ‘Rezeptorsignale und vergleichende Genomanalyse bei CLL‘. Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) ist die häufigste Leukämieform bei Erwachsenen. "Die Wissenschaftler des Universitätsklinikums Freiburg und des Max-Planck-Instituts für Immunbiologie in Freiburg wollen die Mechanismen der Entstehung von CLL aufklären und so die Entwicklung zielgerichteter und effektiver Therapien ermöglichen", erläuterte der Präsident der Organisation zur Hausen. Darüber hinaus förderte die Deutsche Krebshilfe zahlreiche Einzelprojekte in der Krebsforschung sowie verschiedene Krebs-Therapiestudien. Im Rahmen ihres "Career Development Programs" vergab sie 15 Auslands-Stipendien und förderte den Aufbau von acht Nachwuchs-Forschergruppen.
Eine Million Euro stellte die Organisation für die Erstellung und Aktualisierung von Leitlinien zu den Themen Haut-, Leberzell-, Eierstock- und Darmkrebs sowie zum Hodgkin Lymphom bereit. Leitlinien sind systematisch entwickelte Empfehlungen mit dem Zweck, Ärzte und Patienten bei der Entscheidung über Maßnahmen der Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge einer Krebserkrankung zu unterstützen. Ein Schwerpunkt in der gesundheitspolitischen Arbeit war im letzten Jahr die Unterstützung des Nationalen Krebsplans. Dabei handelt es sich um eine konzertierte Initiative der Bundesregierung, um die Onkologie in Deutschland nach vorne zu bringen. Zahlreiche Arbeitsgruppen mit Experten aus allen Bereichen der Krebsmedizin befassen sich mit den Schwerpunktthemen Krebs-Früherkennung, Qualitätssicherung, Versorgungsstrukturen und der Stärkung der Patientenorientierung. "Die beim Nationalen Krebsplan diskutierten wichtigen Themen und erarbeiteten Vorschläge müssen zeitnah zum Wohle der Patienten jetzt in eine Umsetzungsphase gebracht werden", ergänzte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe.
Von den Spendeneinnahmen in Höhe von 92,2 Millionen Euro entfielen 34,6 Millionen auf Erbschaften und Vermächtnisse. Weitere 25 Millionen Euro erhielt die Deutsche Krebshilfe aus Einzelspenden und Mitgliedsbeiträgen. Aus Veranstaltungen, Aktionen, Kondolenzen, Bußen und Jubiläen flossen ihr insgesamt sieben Millionen Euro zu. Die Organisation verzichtet bei ihrer Akquise konsequent auf Spendenwerbung auf Provisionsbasis, wie die Verantwortlichen betonten. Größer Ausgabeposten waren Unterstützungsgelder für die kliniknahe Grundlagenforschung (23,9 Millionen Euro), gefolgt von der Förderung klinischer Strukturmaßnahmen mit 16,8 Millionen Euro. Für Krebs-Therapiestudien stellte die Deutsche Krebshilfe 3,6 Millionen Euro bereit und für Kinderkrebsprojekte 2,6 Millionen Euro. 4,9 Millionen Euro flossen in den Härtefonds. Dieser Fonds kann von Menschen in Anspruch genommen werden, die durch eine Krebserkrankung in finanzielle Not geraten sind. Die Kosten für Verwaltung und Spendenakquisition lagen bei zehn Prozent.
Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich 450.000 Menschen neu an Krebs, 216.010 starben im Jahr 2008 an den Folgen dieser Erkrankung. Brustkrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs sind die häufigsten Krebsarten bei Frauen. Männer erkranken besonders häufig an Prostatakrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs. Experten schätzen, dass rund zwei Drittel aller Krebskrankheiten durch Verzicht auf das Rauchen, gesunde Ernährung, Sport und einen vorsichtigen Umgang mit der Sonne vermieden werden könnten. Früh erkannt, haben viele Krebserkrankungen eine große Heilungschance.

























