23. 05. 2012
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Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte schlägt Alarm
Immer mehr Kinder in Deutschland leiden unter Übergewicht. Wer bereits in jungen Jahren einen zu hohen Body-Mass-Index hat, wird in späteren Jahren an den Spätfolgen zu leiden haben. Nun schlägt der in Köln ansässige Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) Alarm. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte dessen Präsident Wolfram Hartmann am gestrigen Mittwoch, dass eine bessere Primärprävention notwendig ist. Sie soll Übergewicht und Fettleibigkeit bereits in einem frühen Stadium bekämpfen. Eine konkrete Forderung der Mediziner ist die finanzielle Unterstützung von Präventionsmaßnahmen wie Sport- oder Kochkurse sowie Ernährungsberatung für Kinder. Das sei gerade für Jungen und Mädchen aus sozial schwierigen Verhältnissen wichtig, sie würden besonders von einer solchen Maßnahme profitieren.
Grund für die Kritik am bestehenden System sind neue Zahlen, die von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am vergangenen Dienstag bekannt gegeben wurden. Demnach hat sich der Anteil fettleibiger Mädchen im Alter von 15 Jahren im Laufe der vergangenen fünf Jahre verdoppelt. Der BVKJ kann diese Statistiken bestätigten. Die Gründe dafür liegen nach Ansicht der Mediziner auf der Hand. "Sie bewegen sich vergleichsweise wenig, ernähren sich ungesund, viele rauchen." Zu den Folgen von Übergewicht gehören schon im Kindesalter Krankheiten wie Blutgefäßschäden, die später zu Arterienverkalkung führen können. Der Blutdruck stark übergewichtiger Kinder ist höher als bei normalgewichtigen. Zudem haben fettleibige Kinder ein höheres Diabetes-Risiko, so der Befund der Mediziner.
Eine weitere Forderung richtet sich an den Gesetzgeber. Mit einer Ampelkennzeichnung für Lebensmittel ließe sich sichtbar machen, ob das entsprechende Produkt gut oder schlecht für die Ernährung gerade auch von Kindern sei. Die Einstufung orientiert sich an den drei Ampelfarben, gemessen werden insbesondere der Zuckergehalt sowie die anderen Zutaten und Inhaltsstoffe. Die kostenlose Vergabe von Schulobst sei ebenfalls sinnvoll, schließlich hatten die Bundesländern im Bundesrat der flächendeckenden kostenlosen Verteilung zugestimmt. Dass sie dies nun nicht oder nur zaghaft umsetzen, bezeichnete Hartmann als "Skandal".

























