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23. 05. 2012
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Burnout-Syndrom: Jeder zehnte Ausfalltag ist psychisch bedingt


30.04.2011 12:07 von:

Schlagwörter: Köln,Berlin,Burnout,Ausfalltage,2011,AOK,Wissenschaftliches Institut,Untersuchun

Burnout-Syndrom, so nennen Gesundheitsexperten den Zustand inneren Ausgebranntseins. Diese Form der psychischen Erkrankung ist für immer mehr Menschen ein Grund zur Krankmeldung. Das hat eine Untersuchung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK ergeben. Wie die Forscher feststellten, ist inzwischen jeder zehnte Ausfalltag auf psychische Erkrankungen und Krankheitsbilder zurückzuführen. Das ist das Ergebnis einer systematischen Untersuchung der Krankmeldungen von mehr als 10 Millionen AOK-versicherten Arbeitnehmern. Unter den verschiedenen psychischen Erkrankungen ist die Diagnose Burnout zunehmen dokumentiert. Zwischen 2004 und 2010 stieg die Zahl der gemeldeten Krankmeldungen hier um das Neunfache an, berichtete die Krankenkasse weiter. Besonders betroffen sind Frauen und Männer in erzieherischen und therapeutischen Berufen, so ein weiteres Ergebnis der Studie.

Beruflicher Stress ausschlaggebend

"Zeitdruck und Stress nehmen offenbar zu und die Gefahr besteht, dass die Menschen von zwei Seiten gleichzeitig ausbrennen, vom Beruf her und durch familiäre Belastungen", diagnostiziert Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WidO, die häufigste Ursache. Zwar stagnierte der Krankenstand bei einer der größten gesetzlichen Krankenversicherungen im vergangenen Jahr bei unverändert 4,8 Prozent, trotzdem stiegen die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen seit 1999 um nahezu 80 Prozent, in der Regel führt eine solche Diagnose zu längeren Ausfallzeiten: Diese dauern mit 23,4 Tagen je Fall doppelt so lange wie der Durchschnitt mit 11,6 Tagen je Fall im Jahr 2010. Gesundheitsexperten sortieren das "Burnout-Syndrom" als Zustand physischer und psychischer Erschöpfung wird unter der Diagnosegruppe "Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung". Damit zählt diese Diagnose zu der Gruppe der "Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen". Dies wiederum bedeutet, dass ein Burnout von den Ärzten zwar nicht als eigenständige psychische Erkrankung codiert werden kann, zunehmend jedoch als Zusatzinformation: Zwischen 2004 und 2010 haben sich damit die 8,1 Arbeitsunfähigkeitstage je 1000 AOK-Mitglieder auf 72,3 Tage nahezu um das 9-fache erhöht. Hochgerechnet auf mehr als 34 Millionen gesetzlich krankenversicherte Beschäftigte in Deutschland bedeutet dies: "Knapp 100.000 Menschen mit insgesamt mehr als 1,8 Millionen Fehltagen wurden danach im Jahr 2010 wegen eines Burnouts krankgeschrieben", rechnete Schröder vor.

In der Detailanalyse zeigt sich, dass Frauen aufgrund eines Burnouts doppelt so häufig krankgeschrieben werden: So fallen auf Frauen je 1000 AOK-Mitglieder 101,9 Ausfalltage, auf Männer hingegen nur 49,7 Tage. Frauen sind insbesondere zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr von einem Burnout betroffen. Ebenfalls zeigt sich, dass mit zunehmendem Alter das Risiko einer Krankmeldung in Folge eines Burnouts zunimmt. Aber auch Berufe, in denen ständig eine helfende Haltung gegenüber anderen Menschen gefordert wird, sind in diesem Zusammenhang auffällig. So führt die Berufsgruppe der Heimleiter und Sozialpädagogen mit 233,3 Arbeitsunfähigkeitstagen je 1000 AOK-Mitglieder die betroffenen Berufsgruppen an. Dies entspricht 23,8 Ausfalltagen pro Fall. An zweiter Stelle stehen die Telefonisten mit 227,2 Arbeitsunfähigkeitstagen je 1000 AOK-Mitglieder. "Die erhöhten lebensweltlichen Herausforderungen an spezifische Beschäftigtengruppen wie beispielsweise Frauen, ältere Beschäftigte oder helfende Berufe zeigt sich damit auch bei den Krankmeldungen in Folge eines Burnouts", so der AOK-Gesundheitsexperte.

Einen Überblick über Krankheitsverlauf, Therapiemöglichkeiten, aber auch andere Hilfen wie betriebliche Gesundheitszirkel, Stressmanagementseminare finden sie auf der Informationsplattform der AOK unter: www.stress-im-griff.de.







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