23. 05. 2012
Seite drucken
Entsorgung von Energiesparlampen: Gesundheitsamt bietet Unterstützung
Energiesparlampen sollten nach ihrer Einführung eine deutliche Reduzierung des Stromverbrauchs nach sich ziehen. Doch auch Energiesparlampen enthalten geringe Mengen des gefährlichen Elements Quecksilber. Bereits vor Monatsfrist berichteten Medien über die bisweilen ausgesprochen aufwändige Entsorgung der gefährlichen Substanzen. Was aber passiert, wenn die Energiesparlampe im Haushalt zerbrochen und von den Einwohnern entsorgt werden muss. In Köln bieten die städtischen Stellen nun umfassende Hilfe an. So hat das Kölner Gesundheitsamt angeboten, betroffene Personen, in deren Haushalt solche Lampen zu Bruch gegangen sind, kostenlos zu untersuchen, genauer die Urinprobe. Das teilte die Stadt Ende vergangener Woche in einer Pressemitteilung mit.
Da sich betroffene Bürgerinnen und Bürger in letzter Zeit häufiger bei solchen Fällen in Sorge an das Gesundheitsamt der Stadt Köln gewandt haben, bietet das Gesundheitsamt diesen Service in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin der Universität Erlangen-Nürnberg an. Die Untersuchung erfolgt bei Menschen, die möglicherweise durch Bruch einer Kompaktleuchtstofflampe (Energiesparlampe) mit Quecksilber in Kontakt kamen. Wegen der sehr geringen Menge an Quecksilber, das aus zerbrochenen Kompaktleuchtstofflampen freigesetzt werden kann, sind nach bisherigem Kenntnisstand keine Gesundheitsschäden zu erwarten. Da bisher aber Daten zur inneren körperlichen Belastung mit Quecksilber von Personen, die mit zerbrochenen Kompaktleichtstofflampen in Kontakt kamen, nicht zur Verfügung stehen, soll mit dem Untersuchungsangebot des Gesundheitsamtes diese Wissenslücke geschlossen werden, teilte die Gesundheitsverwaltung mit.
Nach einer entsprechenden Gesetzesänderung werden seit September 2009 die alten Glühlampen zunehmend durch Energiesparlampen ersetzt. Die Lichtausbeute der Energiesparlampen ist etwa fünffach effizienter als die der alten Glühlampen, die einen Großteil der Energie in Wärme statt in Licht umgesetzt hatten. Die Kompaktleuchtstofflampen enthalten geringe Mengen Quecksilber (maximal fünf Milligramm, die meisten jedoch weniger als 1,5 Milligramm). Während des Betriebs der Lampen kann kein Quecksilber freigesetzt werden. Allerdings kann es zur Freisetzung von Quecksilber kommen, wenn eine Lampe zerbricht. Insbesondere beim Zerbrechen während des Betriebs kann Quecksilber in die Raumluft gelangen. Die Gesundheitsexperten empfehlen, dass nach dem Bruch einer solchen Lampe Betroffene den Raum verlassen und diesen etwa 15 Minuten lüften sollten. Anschließend sollen die Scherben eingesammelt, in ein luftdicht verschließbares Gefäß gegeben und sachgerecht entsorgt werden. Dabei sollten die Betroffenen unbedingt Gummihandschuhe tragen, um einen direkten Kontakt mit der gefährlichen Substanz zu vermeiden.
Die Entsorgung ist allerdings in Köln nach Aussage der Verantwortlichen kein Problem. Alte oder gebrochene Energiesparlampen können in Köln an gleich vier Abgabestellen entsorgt werden. Neben den beiden Abfallcentern der AWB in Köln-Ossendorf und Köln-Gremberghoven steht für Betroffene auch das Schadstoffmobil der AWB sowie die Schadstoffbehälter der Stadtverwaltung in den neun Bezirksämtern zur Verfügung. Die Entsorgung ist dabei kostenfrei. Für das Angebot einer Urinuntersuchung benötigen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes eine Probe mit mindestens 50 Milliliter Inhalt. Die Zeit zwischen Abgabe der Urinprobe und dem eigentlichen Vorfall sollte maximal 24 Stunden betragen. Wer Fragen dazu hat, kann sich an die Hotline des Gesundheitsamtes unter der Rufnummer: 0221 / 221 – 24728 wenden. Die Ausgabestelle für Uringefäße befindet sich im Gesundheitsamt, Abteilung Infektions- und Umwelthygiene, Aachenerstraße 220, 50931 Köln, 3. OG, Zimmer 3.67, montags bis donnerstags zwischen 8 und 16.30 Uhr sowie freitags zwischen 8 und 12 Uhr. Bei Abholung werden die Betroffenen gebeten, einen kurzen Fragebogen auszufüllen.

























